Stadtforschung − den urbanen Wandel in seiner Vielfalt verstehen und gestalten
Die Urbanisierung des frühen 21. Jahrhunderts unterliegt einer enormen Dynamik: Urbane Räume entstehen, wachsen und verändern sich, ihr Wandel ist vielgestaltig und verläuft zunehmend diskontinuierlich und disparat. Ein besseres Verständnis dieser Prozesse ist ein zentrales Anliegen der raumwissenschaftlichen Stadtforschung des ILS. Wir untersuchen die verschiedenen Dimensionen des urbanen Wandels auf unterschiedlichen Maßstabsebenen und international vergleichend. Im aktiven Dialog mit Praxis, Politik und Gesellschaft entstehen daraus wichtige Erkenntnisse für eine nachhaltige Transformation und Gestaltung urbaner Räume.
Im Fokus unserer Forschung stehen diese Forschungsschwerpunkte.
Die Urbanisierung des frühen 21. Jahrhunderts unterliegt einer enormen Dynamik: Urbane Räume entstehen, wachsen und verändern sich, ihr Wandel ist vielgestaltig und verläuft zunehmend diskontinuierlich und disparat. Ein besseres Verständnis dieser Prozesse ist ein zentrales Anliegen der raumwissenschaftlichen Stadtforschung des ILS. Wir untersuchen die verschiedenen Dimensionen des urbanen Wandels auf unterschiedlichen Maßstabsebenen und international vergleichend. Im aktiven Dialog mit Praxis, Politik und Gesellschaft entstehen daraus wichtige Erkenntnisse für eine nachhaltige Transformation und Gestaltung urbaner Räume.
Im Fokus unserer Forschung stehen drei Forschungsschwerpunkte.
Aktuelles
ILS-TRENDS 04/26: E-Scooterdienste als neuer Mobilitätsbaustein auf dem Weg zur multimodalen Stadt?
Seit der Einführung von E-Scooterdiensten wird kontrovers diskutiert, ob sie die sozial-ökologische Verkehrs- und Mobilitätswende unterstützen oder behindern. Befürworter*innen sehen in ihnen einen flexiblen Mobilitätsbaustein auf dem Weg zur multimodalen Stadt, während Kritiker*innen befürchten, dass sie umweltfreundliche Verkehrsarten verdrängen oder neue Unfallrisiken schaffen. Entsprechend reichen die kommunalen Strategien von gezielter Integration bis hin zu restriktiven Maßnahmen. Dieses ILS-TRENDS möchte zur Versachlichung der Debatte beitragen, indem es die Alltagsmobilität der Nutzenden von E-Scooterdiensten und deren Potenzial für eine stärkere Multimodalität betrachtet. Zum Heft
Stellenausschreibung: Studentische Unterstützung gesucht
Die Forschungsgruppe Mobilität und Raum des ILS sucht ab dem 01.07.2026 oder später studentische Unterstützung im Projekt „ways2work“. Die Stelle hat einen Umfang von 8 Wochenstunden und ist zunächst befristet bis zum 31.12.2026, eine Verlängerung wird angestrebt. Das vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen geförderte Projekt „ways2work“ befasst sich mit Fragen nachhaltiger Mobilität im Kontext von Arbeits- und Dienstwegen und entwickelt gemeinsam mit Kommunen, Betrieben und weiteren Akteurinnen und Akteuren praxisnahe Lösungen für eine zukunftsfähige Mobilität in Gewerbegebieten. Mehr…
Nachbericht zum Fachforum „Wohnen macht Stadt“
Am 20. Mai 2026 hatte das ILS gemeinsam mit dem MHKBD zum Fachforum „Wohnen macht Stadt“ in das Baukunstarchiv NRW nach Dortmund eingeladen. Im Rahmen der Veranstaltung tauschten sich rund 75 Teilnehmende intensiv über die Entwicklung großer Siedlungen in Nordrhein-Westfalen aus, mit Blick auf wissenschaftliche Erkenntnisse zum aktuellen Bestand sowie auf realisierte Projekte, Schlüsselfaktoren und Herausforderungen zur Weiterentwicklung großer Siedlungen. Ein Schwerpunkt lag zudem in der Frage, welche Rolle Kooperationen zwischen Kommunen, Wohnungsunternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren sowie die Kombination von Programmen aus der Städtebau- und Wohnraumförderung spielen. Mehr…
Ernährungswende vom Acker bis auf den Teller: Newsletter aus dem Projekt FoodConnectRuhr
Unser Projekt FoodConnectRuhr informiert ab sofort mit einem Newsletter über das Projekt und seine Fortschritte. Vier Ausgaben pro Jahr sind geplant. FoodConnectRuhr baut ein Netzwerk entlang der gesamten regionalen Lebensmittel-Wertschöpfungskette vom Acker bis auf den Teller in Dortmund und der Region auf. Die Anmeldung zum Newsletter ist auf der Projektseite möglich.
Eine gesunde Stadt für alle – „JRF vor Ort“ diskutierte zu StadtGesundheit
Wie lassen sich Städte klimaresilient und gesundheitsfördernd gestalten? Und wie können alle davon profitieren? Diese Fragen standen am 18. Mai bei der Veranstaltung „JRF vor Ort: Grün, aktiv mobil und gerecht: Wege zu gesunden Städten“ im Westfälischen Industrieklub in Dortmund im Mittelpunkt. Eingeladen hatte die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft gemeinsam mit ihrem Mitgliedsinstitut dem ILS. Die Teilnehmenden waren sich einig: Eine gesunde Stadt braucht einen ganzheitlichen Ansatz, ressortübergreifendes Denken und tragfähige Allianzen zwischen Wissenschaft, Verwaltung und anderen Akteuren der Praxis. Zur Pressemitteilung
Publikationen
Belief-driven and socio-spatially effective? Transition pathways from car-oriented to car-reduced planning on the neighborhood scale
ILS-Wissenschaftlerin Annika Schröder hat gemeinsam mit Sina Steele von der Goethe-Universität Frankfurt einen Artikel in der Fachzeitschrift International Journal of Sustainable Transportation veröffentlicht. Die Entwicklung von Mobilitätskonzepten für Neubauquartiere trifft auf Strukturen und Denkmuster, die auf das Auto ausgerichtet sind. Diese stellen innovative Planungsstrategien vor Herausforderungen. Am Beispiel von Quartiersentwicklungen in Darmstadt, Bielefeld und Köln gehen die Autorinnen dem Transformationsprozess von autoorientierter zu autoreduzierter Planung auf den Grund. Basierend auf einem komplexen Zusammenspiel von Überzeugungsmustern und sozio-räumlichen Faktoren (materiell, institutionell, kulturell) leiten sie Varianten eines Planungswandels von autoorientiert zu autoreduziert ab. Sie zeigen zudem, dass es in der Praxis erfolgversprechend scheint, Planungsvisionen kontextspezifisch zu begründen, Experimentieren und Institutionalisieren zu kombinieren und Planungserfahrungen zu verbreiten. https://doi.org/10.1080/15568318.2025.2598440. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.
Segregation an Grundschulen und die Produktion von Ungleichheit
ILS-Wissenschaftlerin Isabel Ramos Lobato hat gemeinsam mit anderen Kolleg*innen einen Artikel in der Fachzeitschrift sub/urban veröffentlicht. Der vorliegende Beitrag untersucht am Beispiel einer Großstadt in NRW die Ursachen von Grundschulsegregation. In vielen deutschen Städten zeigt sich auf der Grundschulebene ein zum Teil gravierendes Ausmaß an Segregation. Dies ist problematisch, da insbesondere in der Grundschule zentrale Weichenstellungen für die soziale Mobilität und den sozialen Zusammenhalt erfolgen. Basierend auf einer Kombination quantitativer und qualitativer Daten zeigt die Analyse, wie räumliche, individuelle und institutionelle Faktoren sowie deren Wechselwirkungen zur Entstehung und Verstärkung von Schulsegregation beitragen, und verdeutlicht damit die Komplexität der Segregationsprozesse im Bildungssystem. Ein besseres Verständnis dieser Wechselwirkungen ist nicht nur aus wissenschaftlicher Perspektive unerlässlich, sondern auch, um Maßnahmen zur Linderung von Schulsegregation zielgerichtet einsetzen zu können. https://doi.org/10.36900/suburban.v13i2/3.1025. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.
Energy renovation challenges in dense low-income neighbourhoods with fragmented ownership: insights from Dortmund–Nordstadt, Germany
ILS-Wissenschaftler Stefano Cozzolino hat gemeinsam mit Lisa Haag einen Artikel in der Fachzeitschrift „Town Planning Review“ veröffentlicht. In politischen Dokumenten wird die energieeffiziente Sanierung von Wohngebäuden zunehmend als globale Priorität genannt, die auf lokaler Ebene umgesetzt werden muss. Dieser Artikel untersucht die Herausforderungen bei der Umsetzung solcher energieeffizienten Sanierungsstrategien in dicht besiedelten, einkommensschwachen Stadtvierteln, die durch eine hohe Fragmentierung des Eigentums gekennzeichnet sind. Mit Fokus auf die Dortmunder Nordstadt kombiniert die Studie die Analyse räumlicher Daten und Politikdokumente sowie die intensive Zusammenarbeit mit privaten Eigentümer*innen und kommunalen Akteur*innen. Es werden die spezifischen Perspektiven privater Akteur*innen untersucht und gleichzeitig weiterrgehende Schlussfolgerungen für die Stadtplanung gezogen. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung kontextsensitiver Ansätze und weisen auf das Potenzial von quartiersspezifischen, niedrigschwelligen Beteiligungsformaten hin, um Maßnahmen zu erleichtern. https://doi.org/10.3828/tpr.2025.37. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.
The impact of migration background and ethnicity on car, bus and bicycle use in England
Menschen mit Migrationshintergrund oder die sich selbst als zugehörig zu einer ethnischen Minderheit identifizieren zeigen in ihrem Alltag häufig eine andere Verkehrsmittelnutzung als die Bevölkerungsmehrheit. Warum das so ist, dazu gab es bisher kaum quantitative Studien in Europa und in Großbritannien. ILS-Wissenschaftlerin Janina Welsch und Giulio Mattioli von der TU Dortmund schließen diese Lücken mit der Analyse von Daten einer Umfrage in britischen Haushalten aus 2018–2019. Mit Hilfe von ordinalen Regressionsmodellen untersuchen sie den Einfluss der Migrationsgeneration und der ethnischen Zugehörigkeit auf die Häufigkeit der Nutzung von Autos, Bussen und Fahrrädern. Die Ergebnisse zeigen, dass das Verkehrsverhalten je nach Migrationshintergrund und ethnischer Zugehörigkeit erheblich variiert, wobei letztere eine größere Rolle spielt. Mehr dazu: https://doi.org/10.1007/s11116-025-10696-5. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.
„Neue“ Ankunftsräume zwischen Inklusion und Exklusion. Eine Literaturanalyse räumlicher Zuzugsmuster in Europa
Die ILS-Wissenschaftler*innen Hannah Brill, Isabel Ramos Lobato und Nils Hans haben gemeinsam mit Miriam Neßler und Heike Hanhörster von der TU Berlin einen Artikel in der Fachzeitschrift sub/urban veröffentlicht. In diesem Beitrag werden die räumlichen Auswirkungen der zunehmenden Diversifizierung von Migrationsprozessen analysiert. Im Fokus stehen dabei sich neuformierende Ankunftsräume in Europa jenseits „traditioneller“ urbaner Migrationszentren. Auf Basis einer systematischen Literaturanalyse lassen sich fünf zentrale Dimensionen identifizieren, die die Ankunftsbedingungen für Neuzugewanderte vor Ort prägen. Der Beitrag plädiert für einen differenzierten Blick auf lokale Ankunftskontexte im Sinne des local turn in der Migrationsforschung, der die komplexen Wechselwirkungen zwischen lokalen und überörtlichen Bedingungen berücksichtigt. https://doi.org/10.36900/suburban.v13i2/3.1027. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.
Veranstaltungen
Von der Ankunft zur Teilhabe. Abschlusstagung des Forschungs-Praxis-Projekts „Teilhabe in neuen Ankunftsquartieren stärken“
Migration prägt den kommunalen Alltag. Auch Regionen, die bislang wenig Erfahrung mit internationaler Migration hatten, werden zunehmend zu Ankunftsorten. Wie können Teilhabe und Zusammenhalt gelingen? Diese Frage steht im Zentrum der Abschlussveranstaltung des Projekts „Teilhabe in ‚neuen‘ Ankunftsquartieren stärken“ – eine Kooperation von ILS Research, Technische Universität Berlin (TU Berlin), Deutsches Institut für Urbanistik (Difu) und STADTRAUMKONZEPT, gefördert durch die Stiftung Mercator. Dabei richten wir den Blick auf praxisnahe Erkenntnisse, erprobte Ansätze und strukturelle Perspektiven zur nachhaltigen Stärkung von Teilhabe und gesellschaftlichem Zusammenhalt in Ankunftsquartieren. Eingeladen sind Akteur*innen aus Stadtverwaltung, Zivilgesellschaft, (Kommunal-)Politik und Wissenschaft. Zur Anmeldung
Integrierte Mobilitätskonzepte für Neubauquartiere und Einzelvorhaben – Rechtliche Regelungsmöglichkeiten
Gemeinsam mit dem Zukunftsnetz Mobilität NRW laden wir dazu ein, die zentralen Erkenntnisse des Forschungsprojektes NaMoLi III – Nachhaltige Mobilität in Lincoln III, das sich am Beispiel der Lincoln-Siedlung in Darmstadt mit der Verstetigung und dem Transfer von innovativen Mobilitätskonzepten in Neubausiedlungen beschäftigt, zu diskutieren. Im Fokus der Veranstaltung am 26. März in Essen stehen rechtliche Instrumente zur Verankerung und Sicherung von Mobilitätskonzepten für Neubauquartiere und Einzelvorhaben. Weitere Informationen und Anmeldung
JRF Jahresfeier 2026
Am 13. April 2026 lädt die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft (JRF) Mitglieder, Förderer, Partner, Freundinnen und Freunde sowie Interessierte zu ihrer Jahresfeier nach Düsseldorf ein. Im Mittelpunkt stehen zwei Impulsvorträge, die Energie als zentrale Zukunftsfrage aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten: als multidimensionale Gestaltungsaufgabe für Energiewende und Klimaschutz – und als wirtschaftspolitische sowie geoökonomische Realität. Der Vorstand blickt zudem auf das vergangene Jahr zurück. Das JRF-Kuratorium verleiht den JRF-Dissertationspreis 2026, bevor ein Science-Slam-Beitrag die Veranstaltung amüsant abrundet. Anschließend lädt ein Empfang zum Austausch, Vernetzen und Verweilen ein. Mehr…
Forum Stadtbaukultur: Versteckte Barrieren – Inklusive Lösungen
Mit dem Thema der inklusiven Stadtraumgestaltung und der Entwicklung innovativer Lösungen beschäftigt sich das transdisziplinäre Lehr- und Forschungsprojekt DEIN*ORT (Perspektive DEmenz: INklusion durch soziale Organisation, inklusive Raumgestaltung, personenzentrierte Technik) inklusive der Promotion von Friederike Asche. Die Veranstaltung innerhalb des Forums Stadtbaukultur ist als Abschlussveranstaltung Bestandteil des Forschungsprojekts. Sie präsentiert Ausschnitte der Projektergebnisse, transdisziplinärer Methoden, künstlerischer Interventionen und partizipativer Formate (z.B. den co-produzierten Film Please don’t freeze 1–2). Forum-Besucher*innen sind herzlich eingeladen, mit den Referent*innen zu diskutieren. Mehr…
25. Konferenz für Planerinnen und Planer NRW: Programm veröffentlicht
Am 13. März 2026 findet unter dem Titel „Infrastrukturen – Herausforderungen in der Transformation“ die 25. Konferenz für Planerinnen und Planer NRW beim Regionalverband Ruhr in Essen statt. Das Programm der Konferenz ist nun fertiggestellt und veröffentlicht. Auch die Anmeldung ist ab sofort möglich. Mehr…



















