Publikationen
Negotiating ‚Left-Behindness‘ and Migration-Related Diversity in (New) Arrival Spaces
Die ILS-Wissenschaftler*innen Hannah Brill, Nils Hans und Isabel Ramos Lobato haben in Zusammenarbeit mit Norma Schemschat, Heike Hanhörster und Lara Hartig einen Artikel in der Fachzeitschrift „Urban Planning“ veröffentlicht. Aufbauend auf der wachsenden Forschung zu sich verändernden Geographien der Zuwanderung und „neuen“ Ankunftsorten untersucht der Artikel Quartiere in ganz Deutschland aus der Perspektive des „Abgehängtseins“. Auf der Grundlage von 90 Interviews aus acht Ankunftsquartieren wird analysiert, wie „Abgehängtsein“ und die Ankunft von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte im Alltag und in der lokalen Verwaltung in Wechselwirkung stehen. Es wird gezeigt, wie sich strukturelle Zwänge, symbolische Darstellungen und soziale Dynamiken gegenseitig verstärken und sowohl die Herausforderungen als auch die Möglichkeiten der Zuwanderung prägen. Der Artikel argumentiert, dass „Abgehängtsein“ weniger als räumliche Kategorie denn als relationaler und prozesshafter Zustand zu verstehen ist, der ungleiche Entwicklung sichtbar macht und zeigt, wie Herausforderungen der migrationsbedingten Vielfalt lokal ausgehandelt und diskutiert werden. https://doi.org/10.17645/up.11159. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.
Publikation: Fragile Behausungen
Dr. Lea Fischer und Dr. Michael Kolocek haben einen Fachaufsatz veröffentlicht, in dem sie Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt MaBIs (Marginalisierte Bevölkerungsgruppen und die solidarische Innenstadt) präsentieren. Aus einer raumwissenschaftlichen Perspektive diskutieren sie verschiedene Dimensionen informeller Arbeitstätigkeiten, etwa den Verkauf von Straßenmagazinen, das Betteln oder das Pfandsammeln. Der Aufsatz ist einer von über 40 Beiträgen in dem mehr als 800 Seiten umfassenden Sammelband von Frank Sowa und seinem Herausgeber*innenteam. Aus unterschiedlichen Perspektiven widmen sich die Autorinnen und Autoren den Lebenswirklichkeiten von Menschen, die in fragilen Behausungen leben. Der Band ist Open Access erhältlich. Mehr…
Mixed-use ideals, market pressures, and the marginalization of crafts in contemporary urban development: evidence from five German cities
ILS-Wissenschaftler Bastian Heider hat zusammen mit Stefan Siedentop von der TU Dortmund einen Artikel in Planning, Practice and Research veröffentlicht. Die Arbeit beschäftigt sich mit funktionalen Entmischungsprozessen und der Verdrängung von Handwerksbetrieben aus verdichteten Stadtgebieten in Nordrhein-Westfalen und identifiziert dabei ein komplexes Zusammenspiel von unterschiedlichen Wirkungsfaktoren wie der Überplanung von Gewerbeflächen, den Anstieg von Boden- und Immobilienpreisen, Emmissionskonflikte durch heranrückende Wohnbebauung sowie den Mangel an geeigneten Expansionsflächen. Die Stadtplanung hat diese Verdrängungsprozesse in der Vergangenheit oftmals ignoriert oder sogar indirekt befördert. Jüngere Initiativen zur Standortsicherung des Handwerks deuten aber auf eine zunehmende Sensibilisierung der Planung für die Belange des Handwerks und dessen Bedeutung für eine resiliente und funktional durchmischte Stadt hin. https://doi.org/10.1080/02697459.2026.2668492. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.
Free access until June 14, 2026:
Assessing the potential to scale-up urban agriculture in the Global North.
Urban Agriculture (UA) wird häufig als Weg zur Verbesserung der städtischen Nachhaltigkeit, Ernährungssicherheit und Resilienz angepriesen, doch liegen städteübergreifende Belege für ihre skalierbaren, systemweiten Auswirkungen nach wie vor nur in begrenztem Umfang vor und sind methodisch uneinheitlich. Wir bewerten das theoretische Skalierungspotenzial und die Auswirkungen auf den Nahrungsmittel-Energie-Wasser-Stoffwechsel (FEW) von ausgeweiteter, technisch einfacher UA in fünf Städten des Globalen Nordens – London, New York City, Paris, Dortmund, and Gorzów Wielkopolski – unter Verwendung eines harmonisierten zweiteiligen Rahmens. Die Ergebnisse liefern eine übertragbare, städteübergreifende Methodik und identifizieren politikrelevante Ansatzpunkte – insbesondere die Förderung von Hausgärten, die Sicherung von Landnutzungsrechten, die Unterstützung neuer Landwirte oder Gärtner sowie die Verknüpfung der Ausweitung mit Kompostierungs- und Wassergewinnungspraktiken –, um kontextsensitive Strategien zur Skalierung der UA zu entwerfen. https://authors.elsevier.com/c/1muYocUG5e8ki. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.
Company bikes in Germany – Are they associated with the frequency of bicycle commuting and everyday cycling?
Janina Welsch und Frederic Rudolph vom T3 Transportation Think Tank haben gemeinsam einen Artikel in der Fachzeitschrift „Active Travel Studies: An Interdisciplinary Journal“ veröffentlicht. In der Studie geht es um Diensträder, die Teil des Mobilitätsmanagements und der Fahrradförderung von Arbeitgebern sein können. Bisher war allerdings unklar, ob und wie stark sie die tatsächliche Fahrradnutzung beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen für die Häufigkeit der Fahrradnutzung auf dem Weg zur Arbeit, dass das Dienstrad ein signifikant positiver Faktor ist. Im Vergleich zur niedrigsten Nutzung gilt dies allerdings nur für die mittlere und nicht für die höchste Stufe. Ein „Dienstrad-Effekt“ ist zwar bei der alltäglichen Fahrradnutzung ebenfalls nicht direkt nachweisbar. Es können aber indirekte Effekte angenommen werden. Diensträder sind mehrheitlich E-Bikes und diese sind sowohl positiv signifikant mit der Fahrradnutzung auf dem Weg zur Arbeit als auch mit der im Alltag assoziiert. Gerade angesichts aktuell steigender Kosten für Benzin und Diesel könnte das Fahrrad für kürzere und mittlere Distanzen für viele Beschäftigte eine zunehmend attraktivere Alternative werden. Hier steht den Arbeitgebern mit dem Dienstrad ein wirksames Instrument zur Verfügung, um nachhaltigeres Pendeln zu fördern. https://doi.org/10.16997/ats.1774. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.
Industrial Land Conversion in German Regions: Extent, Spatial Patterns and the Role of Urban Policy
ILS-Wissenschaftler Bastian Heider hat gemeinsam mit Kolleg*innen der TU Dortmund und des IÖR und einen Artikel in der Fachzeitschrift European Planning Studies veröffentlicht. Der Beitrag analysiert langfristige Entwicklungen und räumliche Muster der Umnutzung von Gewerbe- und Industrieflächen in deutschen Stadtregionen. Die Ergebnisse zeigen im Gegensatz zu vielen anderen internationalen Studien keinen signifikanten Verlust von Industrie- und Gewerbeflächen in den meisten Kernstädten. Dies verdeutlicht den Einfluss nationaler und lokaler Planungsinstitutionen im Kontext globaler Stadtentwicklungsphänomene wie Reurbanisierung und der Verdrängung von Industrie aus zentralen Stadtgebieten. https://doi.org/10.1080/09654313.2026.2644411. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.
Anpassung von Kommunen an Hochwassergefahren
Die ILS-Wissenschaftler Prof. Dr. Thomas Weith und Lennart Bosse haben einen Artikel in der Fachzeitschrift „RaumPlanung“ veröffentlicht. Der Artikel analysiert und bewertet Kriterien basiert das kommunale Anpassungshandeln nach dem Hochwasser 2021 auf empirischer Grundlage. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Anzahl und große Vielfalt konkret umgesetzter Maßnahmen von Schutz und Vorsorge sowie weiterhin bestehende Herausforderungen und bietet zukünftige Orientierung für zuständige Akteure im Management von Hochwasser. https://ifr-ev.de/raumplanung/wassersensible-stadt/. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.
Step by step: Exploring accessibility perceptions of older adults and young families outside urban cores through walk-along interviews
Die ILS-Wissenschaftlerinnen Janina Welsch und Anna-Lena van der Vlugt haben zusammen mit Kolleg*innen der Universität Groningen einen Artikel in der Fachzeitschrift „Journal of Urban Mobility“ veröffentlicht. In dem Artikel sind erste Ergebnisse der Walk-Along-Interviews aus dem Projekt „AccessCity4All“ veröffentlicht. Basierend auf Interviews zur wahrgenommenen Erreichbarkeit in der Provinz Groningen, einem der Fallstudiengebiete des Projekts, werden neue Erkenntnisse über die Wahrnehmungen zweier vulnerabler Gruppen hinsichtlich ihrer Erfahrungen beim Zufußgehen und der Erreichbarkeit von wichtigen Einrichtungen in ländlich bzw. suburban geprägten Siedlungen präsentiert. https://doi.org/10.1016/j.urbmob.2026.100199. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.
Regelungen zum Flächenüberhang in der Windenergieplanung – Ein neues Flexibilisierungsinstrument hoheitlicher Planung mit Unsicherheiten
Der ILS-Wissenschaftler Jonas Marschall hat einen Artikel in der Fachzeitschrift „Die Öffentliche Verwaltung“ veröffentlicht. Um den Planungsregionen bei der planerischen Erfüllung ihrer regionalen Teilflächenziele für die Windenergie mehr Flexibilität durch interregionale Zusammenarbeit zu ermöglichen, haben mehrere Bundesländer deshalb nach dem Vorbild des Windenergieflächenbedarfsgesetzes Regelungen getroffen, welche die Planungsregionen zur Vereinbarung eines sogenannten „Flächenüberhangs“ bzw. einer „Flächenkompensation“ ermächtigen sollen. Dieser Ansatz ist auch mit Blick auf andere raumordnerische Handlungsfelder innovativ und interessant. Gerade bei der Begrenzung der Flächeninanspruchnahme durch die Landes- und Regionalplanung stellt das Spannungsfeld zwischen Verbindlichkeit und Flexibilität mengenbezogener Steuerungsansätze eine Herausforderung dar. Die konkreten Regelungen zum Flächenüberhang werfen allerdings Fragen auf. Eine genaue Betrachtung der Beispiele offenbart Unterschiede und Probleme der Regelungsansätze. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.
The Reputation of Primary Schools—Rumours with Consequences for Segregation
ILS-Wissenschaftlerin Isabel Ramos Lobato hat gemeinsam mit Andreas Wettlaufer (Ruhr-Universität Bochum) einen Artikel in der Fachzeitschrift „Tijdschrift voor Economische en Sociale Geografie“ veröffentlicht. Aufbauend auf früheren Forschungen untersucht der Artikel anhand eines Mixed-Methods-Designs, wie der Ruf von Grundschulen in Diskursen in einem deutschen Stadtteil in Nordrhein-Westfalen entsteht und welche Rolle er bei der Schulwahl spielt. Es zeigt sich, dass der Ruf der lokalen Schulen im Gegensatz zu früheren Studien im Allgemeinen ihre Zusammensetzung widerspiegelt. Auch wenn dies nicht bedeutet, dass daraus tatsächlich verlässliche Rückschlüsse auf die Qualität einer Schule gezogen werden können, ist der Ruf ein sehr wichtiges Kriterium für die Schulwahl in allen sozialen Gruppen. Dennoch variieren die Wahrnehmungen einzelner Grundschulen je nach Bildungsabschluss der Eltern, was zur Schulsegregation beiträgt. https://doi.org/10.1111/tesg.70060. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.














