Stadtforschung − den urbanen Wandel in seiner Vielfalt verstehen und gestalten
Die Urbanisierung des frühen 21. Jahrhunderts unterliegt einer enormen Dynamik: Urbane Räume entstehen, wachsen und verändern sich, ihr Wandel ist vielgestaltig und verläuft zunehmend diskontinuierlich und disparat. Ein besseres Verständnis dieser Prozesse ist ein zentrales Anliegen der raumwissenschaftlichen Stadtforschung des ILS. Wir untersuchen die verschiedenen Dimensionen des urbanen Wandels auf unterschiedlichen Maßstabsebenen und international vergleichend. Im aktiven Dialog mit Praxis, Politik und Gesellschaft entstehen daraus wichtige Erkenntnisse für eine nachhaltige Transformation und Gestaltung urbaner Räume.
Im Fokus unserer Forschung stehen diese Forschungsschwerpunkte.
Die Urbanisierung des frühen 21. Jahrhunderts unterliegt einer enormen Dynamik: Urbane Räume entstehen, wachsen und verändern sich, ihr Wandel ist vielgestaltig und verläuft zunehmend diskontinuierlich und disparat. Ein besseres Verständnis dieser Prozesse ist ein zentrales Anliegen der raumwissenschaftlichen Stadtforschung des ILS. Wir untersuchen die verschiedenen Dimensionen des urbanen Wandels auf unterschiedlichen Maßstabsebenen und international vergleichend. Im aktiven Dialog mit Praxis, Politik und Gesellschaft entstehen daraus wichtige Erkenntnisse für eine nachhaltige Transformation und Gestaltung urbaner Räume.
Im Fokus unserer Forschung stehen drei Forschungsschwerpunkte.
Aktuelles
ILS-Studie: „Untersuchung der Entfernungen zwischen Apotheken und der betroffenen Bevölkerung“
Mehr als 4 Millionen Bürger*innen müssen mehr als 6 Kilometer bis zur nächsten Apotheke zurücklegen. Damit leben 4,9 Prozent der 82,6 Millionen Menschen in Deutschland in einer mit Arzneimitteln schwach versorgten Region. Die absolute Zahl der vom Apothekenmangel betroffenen Menschen ist in Bayern besonders hoch (knapp 900.000 Menschen), während in Mecklenburg-Vorpommern ein besonders großer Anteil der Bevölkerung (21,7 Prozent) weite Wege bis zur nächsten Apotheke auf sich nehmen muss. Das zeigt die ILS-Studie „Untersuchung der Entfernungen zwischen Apotheken und der betroffenen Bevölkerung“, die im Auftrag der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände erstellt wurde. Mehr…
Nachbericht zur 25. Konferenz für Planerinnen und Planer NRW: Transformation der Infrastruktur
Ob intakte Straßen und Brücken, wohnortnahe Grünflächen oder eine funktionierende Energieversorgung – Infrastruktur prägt den Alltag und entscheidet maßgeblich über Lebensqualität und Teilhabe. Vielerorts zeigen sich deutliche Mängel, und auch soziale Infrastrukturen wie Schulen oder Krankenhäuser stehen unter Druck. Die grüne Transformation stellt Städte und Regionen vor eine doppelte Herausforderung: Bestehende Defizite beheben und zugleich zukunftsfähige Lösungen entwickeln. Wie kann das gelingen? Dazu diskutierte die 25. Konferenz für Planerinnen und Planer NRW unter dem Thema „Infrastrukturen – Herausforderungen in der Transformation“ im März in Essen. Zum Nachbericht
ILS-TRENDS 04/26: E-Scooterdienste als neuer Mobilitätsbaustein auf dem Weg zur multimodalen Stadt?
Seit der Einführung von E-Scooterdiensten wird kontrovers diskutiert, ob sie die sozial-ökologische Verkehrs- und Mobilitätswende unterstützen oder behindern. Befürworter*innen sehen in ihnen einen flexiblen Mobilitätsbaustein auf dem Weg zur multimodalen Stadt, während Kritiker*innen befürchten, dass sie umweltfreundliche Verkehrsarten verdrängen oder neue Unfallrisiken schaffen. Entsprechend reichen die kommunalen Strategien von gezielter Integration bis hin zu restriktiven Maßnahmen. Dieses ILS-TRENDS möchte zur Versachlichung der Debatte beitragen, indem es die Alltagsmobilität der Nutzenden von E-Scooterdiensten und deren Potenzial für eine stärkere Multimodalität betrachtet. Zum Heft
Stellenausschreibung: Studentische Unterstützung gesucht
Die Forschungsgruppe Mobilität und Raum des ILS sucht ab dem 01.07.2026 oder später studentische Unterstützung im Projekt „ways2work“. Die Stelle hat einen Umfang von 8 Wochenstunden und ist zunächst befristet bis zum 31.12.2026, eine Verlängerung wird angestrebt. Das vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen geförderte Projekt „ways2work“ befasst sich mit Fragen nachhaltiger Mobilität im Kontext von Arbeits- und Dienstwegen und entwickelt gemeinsam mit Kommunen, Betrieben und weiteren Akteurinnen und Akteuren praxisnahe Lösungen für eine zukunftsfähige Mobilität in Gewerbegebieten. Mehr…
Nachbericht zum Fachforum „Wohnen macht Stadt“
Am 20. Mai 2026 hatte das ILS gemeinsam mit dem MHKBD zum Fachforum „Wohnen macht Stadt“ in das Baukunstarchiv NRW nach Dortmund eingeladen. Im Rahmen der Veranstaltung tauschten sich rund 75 Teilnehmende intensiv über die Entwicklung großer Siedlungen in Nordrhein-Westfalen aus, mit Blick auf wissenschaftliche Erkenntnisse zum aktuellen Bestand sowie auf realisierte Projekte, Schlüsselfaktoren und Herausforderungen zur Weiterentwicklung großer Siedlungen. Ein Schwerpunkt lag zudem in der Frage, welche Rolle Kooperationen zwischen Kommunen, Wohnungsunternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren sowie die Kombination von Programmen aus der Städtebau- und Wohnraumförderung spielen. Mehr…
Publikationen
Anpassung von Kommunen an Hochwassergefahren
Die ILS-Wissenschaftler Prof. Dr. Thomas Weith und Lennart Bosse haben einen Artikel in der Fachzeitschrift „RaumPlanung“ veröffentlicht. Der Artikel analysiert und bewertet Kriterien basiert das kommunale Anpassungshandeln nach dem Hochwasser 2021 auf empirischer Grundlage. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Anzahl und große Vielfalt konkret umgesetzter Maßnahmen von Schutz und Vorsorge sowie weiterhin bestehende Herausforderungen und bietet zukünftige Orientierung für zuständige Akteure im Management von Hochwasser. https://ifr-ev.de/raumplanung/wassersensible-stadt/. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.
Step by step: Exploring accessibility perceptions of older adults and young families outside urban cores through walk-along interviews
Die ILS-Wissenschaftlerinnen Janina Welsch und Anna-Lena van der Vlugt haben zusammen mit Kolleg*innen der Universität Groningen einen Artikel in der Fachzeitschrift „Journal of Urban Mobility“ veröffentlicht. In dem Artikel sind erste Ergebnisse der Walk-Along-Interviews aus dem Projekt „AccessCity4All“ veröffentlicht. Basierend auf Interviews zur wahrgenommenen Erreichbarkeit in der Provinz Groningen, einem der Fallstudiengebiete des Projekts, werden neue Erkenntnisse über die Wahrnehmungen zweier vulnerabler Gruppen hinsichtlich ihrer Erfahrungen beim Zufußgehen und der Erreichbarkeit von wichtigen Einrichtungen in ländlich bzw. suburban geprägten Siedlungen präsentiert. https://doi.org/10.1016/j.urbmob.2026.100199. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.
Regelungen zum Flächenüberhang in der Windenergieplanung – Ein neues Flexibilisierungsinstrument hoheitlicher Planung mit Unsicherheiten
Der ILS-Wissenschaftler Jonas Marschall hat einen Artikel in der Fachzeitschrift „Die Öffentliche Verwaltung“ veröffentlicht. Um den Planungsregionen bei der planerischen Erfüllung ihrer regionalen Teilflächenziele für die Windenergie mehr Flexibilität durch interregionale Zusammenarbeit zu ermöglichen, haben mehrere Bundesländer deshalb nach dem Vorbild des Windenergieflächenbedarfsgesetzes Regelungen getroffen, welche die Planungsregionen zur Vereinbarung eines sogenannten „Flächenüberhangs“ bzw. einer „Flächenkompensation“ ermächtigen sollen. Dieser Ansatz ist auch mit Blick auf andere raumordnerische Handlungsfelder innovativ und interessant. Gerade bei der Begrenzung der Flächeninanspruchnahme durch die Landes- und Regionalplanung stellt das Spannungsfeld zwischen Verbindlichkeit und Flexibilität mengenbezogener Steuerungsansätze eine Herausforderung dar. Die konkreten Regelungen zum Flächenüberhang werfen allerdings Fragen auf. Eine genaue Betrachtung der Beispiele offenbart Unterschiede und Probleme der Regelungsansätze. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.
The Reputation of Primary Schools—Rumours with Consequences for Segregation
ILS-Wissenschaftlerin Isabel Ramos Lobato hat gemeinsam mit Andreas Wettlaufer (Ruhr-Universität Bochum) einen Artikel in der Fachzeitschrift „Tijdschrift voor Economische en Sociale Geografie“ veröffentlicht. Aufbauend auf früheren Forschungen untersucht der Artikel anhand eines Mixed-Methods-Designs, wie der Ruf von Grundschulen in Diskursen in einem deutschen Stadtteil in Nordrhein-Westfalen entsteht und welche Rolle er bei der Schulwahl spielt. Es zeigt sich, dass der Ruf der lokalen Schulen im Gegensatz zu früheren Studien im Allgemeinen ihre Zusammensetzung widerspiegelt. Auch wenn dies nicht bedeutet, dass daraus tatsächlich verlässliche Rückschlüsse auf die Qualität einer Schule gezogen werden können, ist der Ruf ein sehr wichtiges Kriterium für die Schulwahl in allen sozialen Gruppen. Dennoch variieren die Wahrnehmungen einzelner Grundschulen je nach Bildungsabschluss der Eltern, was zur Schulsegregation beiträgt. https://doi.org/10.1111/tesg.70060. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.
Entrepreneurs’ ‘Triadic Spatial Paradox’: theorising the hybrid home‑based business workspace experience
ILS-Wissenschaftlerin Cornelia Tippel hat gemeinsam mit Kolleg*innen einen Artikel in der Fachzeitschrift „International Small Business Journal: Researching Entrepreneurship“ veröffentlicht. Der Artikel beschäftigt sich mit der Bedeutung von Raum im Unternehmertum und entwickelt auf Grundlage der Erfahrungen von Home-Based Businesses (HBBs) das konzeptionelle Modell des ‚Triadic Spatial Paradox‘. Der Beitrag zeigt, wie sie ihre hybriden und sich wandelnden Wohn-/Arbeitsräume persönlich wahrnehmen, mit Bedeutung versehen und gestalten sowie wie sie die damit verbundenen raumbezogenen Spannungen und Paradoxien in ihrem Arbeitsalltag beschreiben. https://doi.org/10.1177/02662426251410801. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.
Veranstaltungen
Wissenstransfer anders machen?! Reallabore, Pop-Ups, Performances, mobile und aufsuchende Angebote in der Energiewende
Eine gelingende Energiewende benötigt neben wissenschaftlichen Erkenntnissen, technischen Innovationen, förderlichen ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen auch neue gesellschaftliche Praktiken und Ästhetiken. Zusätzlich zu den bewährten Formaten der Wissensvermittlung wie Vorträgen oder Panels gewinnen neue Vermittlungsansätze im Kontext der Energiewende daher an Bedeutung. Die Tagung am 27. April in Gelsenkirchen möchte einen Reflexions- und Experimentierraum für neue Formate des Wissenstransfers eröffnen. Prof. Dr. Thomas Weith stellt dort in einer Session neue Kommunikationsformate zur Wissensvermittlung anhand von Beispielen aus dem ILS vor. Mehr…
Projekt REDESIGN: Eröffnung des Weltackers in Dortmund
Teilt man die rund 1,6 Milliarden Hektar Ackerfläche weltweit durch die Zahl der Menschen, bleiben rechnerisch etwa 2000 m² pro Person. Auf dieser Fläche muss alles wachsen, was uns ernährt und versorgt. Diese 2000 m² werden nun in Dortmund als Weltacker sichtbar und erlebbar. Der Aufbau des Weltackers wird gefördert durch HORIZON Europe innerhalb des Projekts REDESIGN. Der Ernährungsrat Dortmund ist aktiver Teil des REDESIGN-Projekts und realisiert den Weltacker als Reallabor als einen Lern- und Dialogort auf dem Schultenhof Dortmund. Der Weltacker wird am Sonntag, 26. April, ab 14 Uhr eröffnet. Weitere Infos und Programm
Begegnung (un)erwünscht? – Öffentliche Räume im Spannungsfeld von Begegnung, Akzeptanz und Rücksichtnahme
Öffentliche Räume sind zentrale Orte spontaner Begegnung und des städtischen Zusammenlebens, an denen Menschen aus unterschiedlichen sozialen Gruppen aufeinandertreffen. Gleichzeitig werden hier auch Spannungen sichtbar, wenn verschiedene Nutzungsansprüche, Erwartungen und Lebensrealitäten aufeinanderprallen. Die Diskussionsveranstaltung der Stadt Oberhausen am 7. Mai ab 15:45 Uhr geht der Frage nach, wie öffentliche Räume als „Dritte Orte“ gestaltet werden können. ILS-Wissenschaftler Ralf Zimmer-Hegmann wird in seinem Beitrag die Bedeutung und die Herausforderungen öffentlicher Begegnungsorte für das gesellschaftliche Miteinander beleuchten. Die Veranstaltung findet auf dem Wissenschaftscampus NRW (WICA) statt. Weitere Informationen und Anmeldung
Handlungsempfehlungen zur Konzeption von integrierten Mobilitätskonzepten für Neubauquartiere
Das ILS lädt gemeinsam mit dem Zukunftsnetzwerk Mobilität NRW am 5. Mai zur der zweiten von insgesamt drei Transferveranstaltungen aus dem Projekt NaMoLI III ein. Dabei werden in Münster unter der Überschrift „Handlungsempfehlungen zur Konzeption von Mobilitätskonzepten für Neubauquartiere“ vor allem der Entwicklungsprozess und die Instrumente der autoreduzierten Quartiersentwicklung betrachtet. Der Fokus liegt auf der Vorstellung eines Handlungsleitfadens, der innerhalb des NaMoLI III-Projekts am Beispiel der Lincoln-Siedlung in Darmstadt erarbeitet worden ist. Als Praxisbeispiel wird außerdem ein Wohnprojekt aus Arnsberg vorgestellt. Weitere Informationen und Anmeldung
Von der Ankunft zur Teilhabe. Abschlusstagung des Forschungs-Praxis-Projekts „Teilhabe in neuen Ankunftsquartieren stärken“
Migration prägt den kommunalen Alltag. Auch Regionen, die bislang wenig Erfahrung mit internationaler Migration hatten, werden zunehmend zu Ankunftsorten. Wie können Teilhabe und Zusammenhalt gelingen? Diese Frage steht im Zentrum der Abschlussveranstaltung des Projekts „Teilhabe in ‚neuen‘ Ankunftsquartieren stärken“ – eine Kooperation von ILS Research, Technische Universität Berlin (TU Berlin), Deutsches Institut für Urbanistik (Difu) und STADTRAUMKONZEPT, gefördert durch die Stiftung Mercator. Dabei richten wir den Blick auf praxisnahe Erkenntnisse, erprobte Ansätze und strukturelle Perspektiven zur nachhaltigen Stärkung von Teilhabe und gesellschaftlichem Zusammenhalt in Ankunftsquartieren. Eingeladen sind Akteur*innen aus Stadtverwaltung, Zivilgesellschaft, (Kommunal-)Politik und Wissenschaft. Zur Anmeldung




















