Pressemitteilung – JRF vor Ort
20.05.2026
Eine gesunde Stadt für alle – „JRF vor Ort“ diskutierte in Dortmund zu StadtGesundheit
Wie lassen sich Städte klimaresilient und gesundheitsfördernd gestalten? Und wie können alle davon profitieren? Diese Fragen standen am 18. Mai bei der Veranstaltung „JRF vor Ort: Grün, aktiv mobil und gerecht: Wege zu gesunden Städten“ im Westfälischen Industrieklub in Dortmund im Mittelpunkt.
Eingeladen hatte die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft gemeinsam mit ihrem Mitgliedsinstitut dem ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung innerhalb der Veranstaltungsreihe „JRF vor Ort“. Städte stehen vor großen Herausforderungen, etwa durch Hitze, Luft- und Lärmbelastung sowie fehlende Grün- und Freiräume. „Deshalb stellen wir heute die Frage in den Mittelpunkt, wie Städte lebenswerter, kühler und aktiver gestaltet werden können“, begrüßte Ralf Zimmer-Hegmann, Geschäftsführer des ILS, die Gäste aus Wissenschaft, Praxis und der Öffentlichkeit.
Auch Alexandra Landsberg, Abteilungsleiterin für Nachhaltige Entwicklung, Klimawandel, Circular Economy und Transformation im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNV), betonte in ihrem Grußwort die wachsenden Anforderungen an Städte und Gemeinden: „Durch den Klimawandel müssen wir Stadtentwicklung neu denken. Planerinnen, Architekten und Ingenieurinnen stellen sich auf Starkregen ein, sichern gegen Hochwasser ab und entsiegeln, um Versickerung zu ermöglichen, Gesundheitsämter schützen vor Hitze etwa in Seniorenheimen. Das erfordert neues Wissen in den Kommunen und eine integrierte Planung. Auf diesem Weg werden unsere Städte und Gemeinden resilienter. Dies ist auch eine Chance, grüner und attraktiver zu werden.“
Prof. Dr. Gabriele Bolte (Universität Bremen) betonte in ihrer Keynote, dass eine gesunde Stadt vor allem eine gerechte Stadt sei, die alle Menschen in den Blick nehme: „Gesundheitliche Chancengerechtigkeit in Verbindung mit Umweltgerechtigkeit ist der zentrale Anknüpfungspunkt für eine gesunde Stadt für alle.“ Dabei ging es konkret etwa um Themen wie gesunde Lebensbedingungen in allen Stadtteilen und Mitbestimmungsmöglichkeiten.
Dr. Odile Mekel vom Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz NRW berät mit ihrem Team Kommunen zu Thema Hitze. Sie betonte, dass StadtGesundheit ein Querschnittsthema sei: „StadtGesundheit wird immer lebendiger und sichtbarer, durch gute Zusammenarbeit verschiedener Ämter in den Kommunen.“
Das ILS forscht zu diversen Fragen der StadtGesundheit. Die ILS-Wissenschaftler*innen Dr. Kerstin Conrad, Dr. Bastian Heider und Prof. Dr. Noriko Otsuka gaben konkrete Einblicke zur Bedeutung aktiver Mobilität (Projekt:
ICUH), datengetriebener Forschung für die Klimaanpassung (Projekt: Catch4D) und der Bedeutung von Grünflächen für die mentale Gesundheit (Projekt: GreenME). „Ziel ist die evidenzbasierte Gestaltung städtischer Lebenswelten, die für alle Menschen ein gesundes Leben ermöglicht“, erläutert Dr. Kerstin Conrad, die den Arbeitskreis StadtGesundheit am ILS leitet. Ein Überblick über die verschiedenen Arbeiten bietet das gerade erschiene ILS-TRENDS „StadtGesundheit gemeinsam gestalten: Perspektiven aus der ILS-Forschung“.
Zum Abschluss wurde auf dem Podium diskutiert, wie StadtGesundheit vom Konzept in die Planungspraxis übersetzt werden kann. Bastian Michael, Projektkoordinator des Projekts GreenME bei der Stadt Herne, brachte dabei die kommunale Perspektive mit in die Diskussion. Die Teilnehmenden waren sich einig: Eine gesunde Stadt braucht einen ganzheitlichen Ansatz, ressortübergreifendes Denken und tragfähige Allianzen zwischen Wissenschaft, Verwaltung und anderen Akteuren der Praxis.
„Die Institute der JRF stehen für anwendungsorientierte Forschung ‚made in NRW‘ für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Im Leitthema ,Städte & Infrastruktur‘ geht es uns darum, Städte so weiterzudenken, dass sie auch unter den Bedingungen des demografischen Wandels lebenswert und zukunftsfähig bleiben. Die Veranstaltung hat erneut unterstrichen, welche zentrale Rolle das ILS mit seiner Forschung zu gesunden, klimaangepassten und kühleren Städten einnimmt. Die Beiträge und Diskussionen haben wichtige Impulse für eine Stadtentwicklung gegeben, die Gesundheit, Klimaanpassung und Lebensqualität zusammenführt“, resümierte Prof. Dr. Dieter Bathen, Vorstandsvorsitzender der JRF.
Durch die Veranstaltung führte Theresa von Bischopink (ILS).
Das ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung ist ein außeruniversitäres Forschungsinstitut, das die aktuelle und künftige Entwicklung von Städten interdisziplinär und international vergleichend untersucht. Weitere Informationen auf www.ils-forschung.de.
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