Die zunehmende Urbanisierung, die Endlichkeit natürlicher Ressourcen und die Auswirkungen des Klimawandels stellen die Nachhaltigkeit europäischer Städte infrage. In diesem Zusammenhang werden auch Alternativen zur gegenwärtigen, zumeist industriell geprägten Nahrungsmittelproduktion gesucht. Das können etwa lokale Produktionsketten sein, die angepasst an regionale Rahmenbedingungen, vorhandene Ressourcen und Konsumentenbedürfnisse nachhaltig integrieren.

Das Projekt „FoodE – Food Systems in European Cities“ setzt hier an und hat zum Ziel, die lokale und regionale Nahrungsmittelproduktion zu stärken. Es wird von der Europäischen Kommission durch das Programm Horizon 2020 gefördert. Das Projekt ist nun gestartet.

Traditionell waren die lokalen Lebensmittelsysteme in ganz Europa durch die generationenübergreifende Weitergabe von praktischem Wissen als Schlüsselstrategie zur Anpassung an lokale Bedingungen, Ressourcen und Nutzerbedürfnisse gekennzeichnet. Das letzte halbe Jahrhundert der Industrialisierung des Ernährungssystems hat jedoch die Verbindungen zwischen lokalen Ressourcen, Produzenten und Verbraucherinnen und Verbrauchern stark verändert. Angesichts aktueller ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Herausforderungen müssen auch die Nahrungsmittelsysteme europaweit neu ausgerichtet werden. Anstatt eine Umkehrung zu traditionellen kleinen Volkswirtschaften zu fördern, die sich vielleicht nicht an die Bedürfnisse einer wachsenden Weltbevölkerung und die Umweltbedrohungen für unseren Planeten anpassen können, versucht FoodE, diese Verbindungen wieder aufzubauen, indem es innovative Instrumente einsetzt, die eine “Think global, act local”-Mentalität erleichtern, lokale Gemeinschaften einbeziehen und bestehende und zukünftige bürgerorientierte Initiativen für ein Nahrungsmittelsystem nachhaltiger gestalten. Der auf „Citizen Science“ basierende Forschungsansatz wird ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse der in der lokalen Nahrungsmittelproduktion beteiligten Akteure wie etwa Erzeugerinnen und Erzeuger sowie Verbraucherinnen und Verbraucher ermöglichen und dazu beitragen, nachhaltige, bürgerorientierte Ernährungssysteme zu entwickeln. Dabei wird die Vielfalt europäischer Städte und Regionen berücksichtigt.

Unter der Leitung der Universität Bologna bearbeitet das ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung diese Fragestellungen gemeinsam mit einem europäischen Konsortium bestehend aus 24 Partnern, darunter acht Forschungseinrichtungen, fünf Städte und Kommunen und elf Nicht-Regierungsorganisationen und Unternehmen. FoodE hat eine Laufzeit von 48 Monaten.

Kontakt

Runrid Fox-Kämper
Dr. Kathrin Specht