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Netzwerk „Grüne Infrastruktur Nordrhein-Westfalen“



Auftrag:Stiftung Zukunft NRW
Laufzeit:09/2015 – 02/2017

Seit einigen Jahren ist ein starker Bedeutungszuwachs von urbanem Grün in der Stadtentwicklung spürbar. Einst als Restflächen nur wenig beachtet, rückt urbanes Grün heute als wesentliches stadtentwicklungspolitisches Potenzial in den Fokus. Dies gilt für wachsende Städte, auf denen ein massiver Entwicklungs- und Verwertungsdruck auf den noch verbleibenden Freiräumen lastet, vor allem aber auch für schrumpfende Städte, die neue Strategien für die Gestaltung und Vernetzung von Freiräumen benötigen. Auch laufende politische Debatten, beispielsweise auf der Ebene der Europäischen Union (Strategiepapier „Grüne Infrastruktur (GI) – Aufwertung des europäischen Naturkapitals“ aus dem Jahre 2013) oder der des Bundes („Bundeskonzept Grüne Infrastruktur“ aus dem Jahre 2017) belegen die Bedeutung. Mit dem Begriff der grünen Infrastruktur verbindet sich die Idee einer Sicherung und Gestaltung urbaner Freiräume in ihrer stadtregionalen Vernetzung.

Der multifunktionale Mehrwert von grüner Infrastruktur wird deutlich, wenn man ihre verschiedenen Wirkungsbereiche betrachtet. Im Bereich der Innenentwicklung zeigt sich, dass grüne Infrastruktur einen wesentlichen Beitrag zur Attraktivitätssteigerung urbaner Kerne leistet. Eine intakte grüne Infrastruktur hat Einfluss auf die Wohnstandortentscheidungen von Personen. Darüber hinaus leistet grüne Infrastruktur in ihrer Vernetzung einen Beitrag zur Minderung des Klimawandels in Städten, da sie als „Kaltluftschneise“ und „grüne Lunge“ den Hitze-Insel-Effekt im verstädterten Raum verringert. In der Regel gehen auch ökonomische Effekte von ihr aus, da sie einzelne Standorte aufwertet und so als Wirtschaftsfaktor relevant ist. Aus ökologischer Sicht sind beispielsweise positive Effekte mit Blick auf den Erhalt der Biodiversität nachgewiesen. Grüne Infrastruktur trägt in hohem Maße zur physischen und mentalen Gesundheit von Bürgerinnen und Bürgern bei und bietet Raum für Freizeitaktivitäten. Darüber hinaus trägt das urbane Gärtnern als Bestandteil einer zusammenhängenden grünen Infrastruktur zu einer erhöhten Identifikation der Bevölkerung mit ihrem Wohnort bei und kann die Aktivierung von Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen von lokalen Entwicklungsprozessen fördern.

Das ILS hat 2015 mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Zukunft NRW das Netzwerk „Grüne Infrastruktur NRW“ ins Leben gerufen, um dem offensichtlichen Bedarf nach einer interkommunalen Austauschplattform zur Gestaltung und Inwertsetzung von grüner Infrastruktur in Nordrhein-West­falen gerecht zu werden. Die zentrale Aufgabe des Netzwerkes besteht darin, einen intensiven Austausch der Kommunen mit den für das Thema relevanten Institutionen und Akteuren auf der Ebene des Landes Nordrhein-Westfalen zu etablieren.

Das Netzwerk erfüllt vier wesentliche Funktionen. Erstens dient es als interkommunale Austauschplattform zwischen Städten und Gemeinden, die bereits Erfahrungen mit der Planung, Gestaltung und Inwertsetzung von grüner Infrastruktur haben und solchen, die für bevorstehende Aktivitäten auf Erfahrungen zurückgreifen möchten (Austausch). Neben der Organisation und Pflege eines dauerhaften „Von­einander-Lernens“ transportiert das Netzwerk zweitens relevantes Wissen aus Wissenschaft und Forschung in die kommunale Praxis. Gleichfalls werden praktische Erfah­rungsberichte von der Forschung aufgegriffen und reflektiert (Wissenstransfer).

Drittens ist das Netzwerk Ausgangspunkt für nationale und internationale Projektverbünde zum Thema grüne Infrastruktur, durch die sich für die Praxispartner attraktive Fördermöglichkeiten ihrer Projekte vor Ort ergeben können (Vernetzung). Viertens bietet das Netzwerk die Möglichkeit, kommunale Erfahrungen im Umgang mit grüner Infrastruktur zu dokumentieren und zu kommunizieren, die Interessen der Kommunen zu bündeln und gegenüber Dritten zu formulieren (Positionierung).

Das ILS übernimmt die Rolle einer organisatorischen Kerneinheit, die das Netzwerk betreut, Werkstattgespräche (als „Frühjahrs- und Herbstwerkstätten“) organisiert, durchführt und dokumentiert und Themen der grünen Infrastruktur NRW-weit kommuniziert. So greift das ILS den Informationsbedarf der nordrhein-westfälischen Städte und Gemeinden auf und bietet Themen an, die im kommunalen Interesse liegen.


Projektleitung:

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Fachpublikation

Schmidt, Stephan; Krehl, Angelika; Fina, Stefan; Siedentop, Stefan (2020): Does the monocentric model work in a polycentric urban system? An examination of German metropolitan regions. In: Urban Studies, online first May 27, 2020. doi: 10.1177/­0042098020912980.

Fachpublikation

Hersperger, Anna M.; Grădinaru, Simona R.; Siedentop, Stefan (2020): Towards a better understanding of land conversion at the urban-rural interface: planning intentions and the effectiveness of growth management. In: Journal of Land Use Science, online first May 25, 2020. doi: 10.1080/­­1747423X.­2020.1765426.

Fachpublikation

Eichhorn, Sebastian (2020): Disaggregating Population Data and Evaluating the Accuracy of Modeled High-Resolution Population Distribution – The Case Study of Germany. In: Sustainability, online first May 13, 2020. doi: 10.3390/su12103976. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.

Klimawandel, internationale Migration und Urbanisierung

Ohne Zuwanderung fast überall Schrumpfung: Ergebnisse aus dem Projekt „Climate Change Impacts on Migration and Urbanization“ (IMPETUS) zeigen die Bedeutung der internationalen Migration für die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland. Mehr…

Fachpublikation

Danielzyk, Rainer; Dittrich-Wesbuer, Andrea; Hilti, Nicola; Tippel, Cornelia (Hrsg.) (2020): Multilokale Lebensführungen und räumliche Entwicklungen – ein Kompendium. Hannover = Forschungsberichte der ARL, Nr. 13. Weitere aktuelle Fachpublikationen finden Sie hier.

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