Veröffentlicht am: 1. Juli 2026

Pressemitteilung – Bundesminister Alois Rainer besuchte FoodConnectRuhr – Dortmunder Kartoffel stärkt regionale Wertschöpfung

Der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) Alois Rainer hat gestern das Projekt FoodConnectRuhr besucht, um sich über konkrete Maßnahmen zum Aufbau regionaler und bio-regionaler Wertschöpfungsketten in Dortmund zu informieren. Das Projekt wird von einem Konsortium aus dem Ernährungsrat Dortmund und Region e.V., der Stadt Dortmund, dem ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung sowie NAHhaft e.V. getragen und in Kooperation mit zahlreichen Praxis-Akteuren aus der Region umgesetzt. Ziel ist es, eine nachhaltige und zukunftsfähige Lebensmittelversorgung in der Region Dortmund zu etablieren. Für das ILS nahm ILS-Geschäftsführer Ralf Zimmer-Hegmann an dem Treffen teil.

Die erste erfolgreiche bio-regionalen Wertschöpfungskette: die „DOtoffel“

Im Mittelpunkt des Besuchs am Dienstag stand die „DOtoffel“, die erste bio-regionale Kartoffel-Wertschöpfungskette in Dortmund. Sie umfasst die gesamte Prozesskette – von der Erzeugung bis in die Küchen der Außer-Haus-Verpflegung. Darunter fast 40 städtischen FABIDO-Kitas in Dortmund. Künftig kommt der Schritt der Vorverarbeitung, das maschinengestützte Kartoffelschälen, hinzu. So können die Kartoffeln noch einfacher für Kartoffelgenuss in den Speiseräumen der Einrichtungen sorgen. Mit diesem Schritt schließt FoodConnectRuhr eine Versorgungslücke, die im Projekt erkannt wurde: Die Region braucht mehr Infrastruktur für die Verarbeitung von Lebensmitteln.

Dirk Liedmann vom landwirtschaftlichen Betrieb Kornkammer Haus Holte, der auch Dortmunder Flächen bewirtschaftet, ermöglichte einen Blick hinter die Kulissen. Er zeigte, wie regionale Wertschöpfung praktisch in der Region umgesetzt wird. Alois Rainer erhielt Einblicke in die Kartoffelschälanlage sowie die Senf- und Rapsöl- Abfüllung. Für die Kartoffelschälung wird die Kornkammer künftig mit einem Inklusionsbetrieb zusammenarbeiten. So entstehen auch Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen.

Netzwerk bio-regionale Wertschöpfungsketten

Im Rahmen des Minister-Besuchs wurden zentrale Erkenntnisse aus dem bisherigen Projektverlauf vorgestellt, um die strukturellen Herausforderungen regionaler Wertschöpfungsketten zu diskutieren. Dem Minister wurde ein zentraler Lösungsansatz von FoodConnectRuhr zur Vernetzung regionaler Akteure der Lebensmittelwirtschaft präsentiert: die Entwicklung einer digitalen Warenaustauschplattform. Sie soll Handel, Logistik und Küchen vernetzen, um gutes Essen für mehr Menschen zugänglich zu machen. Möglichst noch mehr relevante Akteure in Dortmund und Umgebung sollen sich am regionalen Netzwerk beteiligen. Nur so kann gesichert werden, dass Anstöße aus dem Projekt über die Laufzeit hinweg ihre Wirkung entfalten können.

Hintergrund

Mit dem Aufbau und der Verstetigung eines tragfähigen, regionalen Netzwerks bringt FoodConnectRuhr alle relevanten Akteure – von der Landwirtschaft über die Verarbeitung und den Handel bis hin zur Außer-Haus-Verpflegung, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Ziel ist es, gemeinsam eine sozial gerechte und ökologische Ernährungswende zu fördern und den Weg vom Acker bis zum Teller nachhaltiger zu gestalten. Das Projekt stärkt bestehende Strukturen, fördert den Austausch und unterstützt die langfristige Transformation des Dortmunder Ernährungssystems.

FoodConnectRuhr ist Teil des Modellregionen-Wettbewerbs “Besser essen in der Region“. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) hatte den Modellregionen-Wettbewerb „Besser essen in der Region“ ins Leben gerufen, um gesellschaftliche Prozesse zur Transformation des Ernährungssystems zu unterstützen. Mit der Förderung werden modellhafte Projekte vor Ort mit innovativen Beiträgen zur Ernährungswende hin zu einer gesunden und an den planetaren Grenzen orientierten Ernährung in Deutschland ermöglicht.

Kornkammer Haus Holte ist ein regionaler Ackerbau- und Verarbeitungsbetrieb mit Schwerpunkt auf Kartoffelverarbeitung, Ölproduktion und Hofvermarktung. Sie übernimmt im Projekt aktuell eine zentrale Rolle als Schnittstelle zwischen Landwirtschaft, Verarbeitung und regionaler Gemeinschaftsverpflegung.

Mehr zum Korrektur auf www.foodconnectruhr.de 

Gruppenfoto mit Bundesminister Alois Rainer (10. v. li.) © BMLEH

Aktualisiert am: 1. Juli 2026