3. Juli 2018
NRW-Forum, Ehrenhof 2, 40479 Düsseldorf

Seit einiger Zeit stehen Abwanderungen im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte um Strukturprobleme ländlicher Räume. Oft versehen mit dem Schlagwort der „Landflucht“ herrscht ein relativ einheitliches Bild über die Wandernden, ihre Absichten und die Zielgebiete vor. Demnach sind es vor allem die Jüngeren, die ländliche Räume zunächst für ein Studium oder eine Ausbildung, oft damit aber auf Dauer zugunsten der Verdichtungsräume verlassen.

Diese Wanderungsbewegungen sind ein prägendes Merkmal der aktuellen Raumentwicklung in Deutschland und bilden gewissermaßen die „Kehrseite“ des viel beachteten Trends zur Reurbanisierung. Mit dieser Entwicklung werden weitreichende Folgen in Verbindung gebracht: Fachkräftemangel und „Brain Drain“, Leerstände und Preisverfall, Überalterung und Rückzug der Nahversorgung sind dabei zu nennen. Zuletzt rückte zudem die Frage in den Vordergrund, welche gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen aus der vermeintlichen Unzufriedenheit in sogenannten „abgehängten“ Regionen resultieren können.

Bei alledem darf nicht vergessen werden, dass sich hinter der Kategorie „Ländliche Räume“ eine große Vielfalt an Regionen, Städten und Dörfern verbirgt. Sie unterscheiden sich teilweise ganz erheblich im Hinblick auf ihre aktuellen Wanderungsbilanzen und ihre zukünftigen Entwicklungsperspektiven. Eine Betrachtung auf der Grundlage von klassischen Raumabgrenzungen und Gebietstypologien lässt zwar übergeordnete Muster erkennen, weist jedoch insgesamt zumeist eine begrenzte Aussagekraft auf. Und auch das Wanderungsgeschehen ist vielfältiger, als es in der medial zugespitzten Debatte oft dargestellt wird. Es umfasst auch Zuzüge und Zuwanderung, Wohnen an mehreren Standorten oder das Bleiben als bedeutsamste Form der Wohnstandortentscheidung.

Diese Hinweise sollen nicht darüber hinwegtäuschen, dass vielerorts große Herausforderungen bestehen. Zahlreiche lokale und regionale Initiativen bemühen sich darum, positive Impulse zu setzen und so ländliche Räume als Lebensorte zu stärken. Förderprogramme, Modell- und Demonstrationsvorhaben sollen diese Prozesse anstoßen und unterstützen. Vor diesem Hintergrund widmet sich die Veranstaltung folgenden Fragestellungen:

  • Wie stellt sich das aktuelle Wanderungsgeschehen aus der Perspektive ländlicher Räume in Deutschland und insbesondere in Nordrhein-Westfalen dar? Welche Trends sind mit Blick auf die Entwicklung in den nächsten Jahren zu erkennen?
  • Welche Maßnahmen sind geeignet, um die Attraktivität von Städten und Dörfern in ländlichen Räumen als Wohnstandorte weiterzuentwickeln? Was kann aus den verschiedenen Modellvorhaben und Initiativen der jüngeren Vergangenheit gelernt werden?
  • Inwieweit zeichnet sich – nicht zuletzt aufgrund der angespannten Wohnungsmärkte in vielen Ballungsräumen – eine Trendverschiebung zugunsten ländlicher Räume ab? Welche Bedeutung haben Raumpioniere und was ist dran an einer „neuen Ländlichkeit“?

Programm

Veranstaltungsflyer (PDF-Datei, 1,96 MB)

14:00 Uhr
Begrüßung und thematische Einführung
Prof. Dr. Stefan Siedentop, ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung

14:10 Uhr
Die Zukunft ländlicher Räume: Rahmenbedingungen – Herausforderungen – Beispiele (PDF-Datei, 2,43 MB, passwortgeschützt)
Dr. Annett Steinführer, Thünen-Institut für Ländliche Räume

14:35 Uhr
Ländliche Räume als Wohnstandorte: Aktuelle Trends beim Wanderungsgeschehen in NRW (PDF-Datei, 2,89 MB, passwortgeschützt)
Dr. Robert Nadler und Frank Osterhage, ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung

15:00 Uhr
Nachfragen und Diskussion

15:30 Uhr
Kaffeepause

16:00 Uhr
Vor Ort in NRW: Neue Perspektiven für das Wohnen auf dem Land

  • Dr. Stephanie Arens, Südwestfalen Agentur
  • Bernhard Halbe, Bürgermeister der Stadt Schmallenberg
  • Dr. Jan Heinisch, Staatssekretär im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen (MHKBG NRW)
  • Sabine Preiser-Marian, Bürgermeisterin der Stadt Bad Münstereifel
  • Jan Schametat, Zukunftszentrum Holzminden-Höxter (ZZHH)

17:00 Uhr
Vertiefende Gespräche bei Imbiss und Getränken

Organisatorisches

Veranstalter

  • ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH
  • Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen (MHKBG NRW)

Kontakt / Information

Anmeldung

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Aus organisatorischen Gründen ist jedoch eine Anmeldung erforderlich. Bei Überschreiten der Höchstteilnehmerzahl werden die Anmeldungen in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt.

Anmeldeschluss ist der 26. Juni 2018.

Veranstaltungsort

NRW-Forum
Ehrenhof 2
40479 Düsseldorf
Telefon: +49 (0)211 8926690

Wegbeschreibung:

Mit dem ÖPNV

  • U70, U74, U75, U76, U77: Haltestelle „Tonhalle/Ehrenhof“
  • U78, U79: Haltestelle „Nordstraße“
  • 701, 705, 706: Haltestelle „Sternstraße“

Mit dem PKW
Öffentliche Parkplätze stehen zur Verfügung

  • am Tonhallenufer gegenüber dem NRW-Forum (Zufahrt über die Rampe neben den Rheinterrassen, etwa 500 Meter nördlich vom NRW-Forum),
  • im Parkhaus Ratinger Str./Ecke Heinrich-Heine-Allee
  • und in den Tiefgaragen der Uniper Verwaltung oder der ERGO-Versicherung.

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