Zeitz, Jana Friederike

Jana Friederike Zeitz, M.Sc. Geography

(area of specialisation: Urban and Regional Development Management)

Studied Geography with specialisation on Urban and Regional Development at the Department of Geography, Ruhr University Bochum.

Research interests:

  • The right to the city
  • Social and spatial inequality
  • Urban and neighbourhood development planning
  • Housing market and allocation strategies

Contact:
Phone: + 49 (0) 231 9051-244
E-Mail: jana.zeitz@ils-research.de

Europäisches Forschungsprojekt STARTUP tagt in Madrid: Endspurt für Fallstudien und Start der Praxistrials

Vom 29. September bis zum 3. Oktober 2026 kamen die Partnerinnen und Partner des europäischen Forschungsprojekts STARTUP in der spanischen Metropole Madrid zu ihrem nächsten internationalen Konsortiumstreffen zusammen. Nach den vorangegangenen Stationen in Stockholm, Dortmund und der Slowakei bildete die Tagung in der spanischen Hauptstadt, ausgerichtet von der Universidad Complutense de Madrid (UCM) gemeinsam mit dem kreativen Kollektiv Zuloark, eine maßgebliche Weichenstellung für die zweite Halbzeit des Projekts.

Blick auf die Erhebungs und Peer-Review-Phasen

Zu Beginn der intensiven Arbeitssitzungen standen die vorläufigen Ergebnisse aus Arbeitspaket 3 (WP3: „Local workshops, open science peer review and final case study reports“) im Fokus, dessen wissenschaftliche Leitung beim ILS liegt. Die Projektpartner blickten gemeinsam auf die empirisch intensiven Erhebungs- und Peer-Review-Phasen der letzten Monate zurück, in deren Rahmen die sogenannten Local Cultural Praesidia (LCP), die kleinteiligen kulturellen und kreativen Ankerpunkte in den acht beteiligten europäischen Partnerstädten eingehend kartiert, befragt und in ihrer Quartierswirkung analysiert wurden. Die Präsentationen verdeutlichten die hohe Qualität des zusammengetragenen Datenmaterials, machten aber gleichzeitig klar, dass das Konsortium nun unmittelbar in den zeitkritischen Endspurt einbiegt: Bis Ende Dezember müssen die umfassenden Case Study Profiles, welche die Gesamtheit der einzelnen LCP-Profile sowie deren wissenschaftliche und praxisbezogene Gesamteinschätzungen bündeln, final fertiggestellt und abgegeben werden.

Workshop-Sessions zu den anlaufenden Arbeitspaketen

Neben der Koordinierung dieser intensiven Schlussphase von WP3 richtete sich der Blick in Madrid aber auch bereits strategisch auf die nachfolgenden sowie parallel anlaufenden Arbeitspakete. In vertiefenden Workshop-Sessions wurden die Zielsetzungen und Schnittstellen der Arbeitspakete 5, 6 und 7 eingehend vorgestellt und im Plenum diskutiert: WP5 („Spatial processes, urban design and reuse practices“) beleuchtet die räumlichen Transformationsprozesse, die gestalterischen Ansätze sowie die nachhaltigen Umnutzungspraktiken urbaner Orte; WP6 („Governance, policy and open science“) analysiert die steuerungspolitischen Rahmenbedingungen, entwickelt Policy-Empfehlungen und verankert Open-Science-Prinzipien im Forschungsprozess; und WP7 („Common indicators, comparative analysis, cross-evaluation and effect evaluation methodology“) erarbeitet einheitliche Indikatorensets, komparative Querschnittsanalysen sowie eine tragfähige Methodik zur Wirkungsbewertung der Initiativen. Diese Vorstellung des Stands der Arbeitspakete lieferte allen Beteiligten erste Inspirationen, wie aus den einzelnen empirischen Bausteinen schrittweise ein schlüssiges europäisches Rahmenwerk für kultur- und kreativbasierte Stadtentwicklung (Creative Placemaking Framework) entstehen könnte.

Ortsbegehungen und Ouartiersanalysen

Der Donnerstag (1. Oktober) erwies sich als ein besonderes inhaltliches und methodisches Highlight des Treffens, als die Teilnehmenden die akademischen Tagungsräume verließen, um sich in Kleingruppen zu ethnografischen Ortsbegehungen und Quartiersanalysen im Madrider Bezirk Arganzuela sowie im historischen Stadtzentrum aufmachten. Ausgangspunkt und Hauptanlaufstelle dieser Feldforschung war das LCP Infinito Delicias, wo die Forscher*innen und Praxisakteur*innen im direkten Austausch mit den Verantwortlichen und Initiatorinnen vor Ort wertvolle Einblicke in deren alltägliche Arbeit, organisatorische Hürden und Raumansprüche gewinnen konnten. Die Gelegenheit, einen unmittelbaren visuellen und räumlichen Eindruck von der physischen und sozialen Einbettung der Kulturorte in ihrem jeweiligen nachbarschaftlichen Umfeld zu erlangen, vertiefte das qualitative Verständnis für den lokalen Kontext nachhaltiger Quartiersarbeit. Die zahlreichen kollegialen Gespräche und Diskussionen am Rande der Erkundungen stießen auf allen Seiten gegenseitige Inspirationen an und festigten die Vertrauensbasis innerhalb des transdisziplinären Projektteams spürbar.

Wertvoller persönlicher Austausch

Wir haben festgestellt, dass solche internationalen Präsenztreffen trotz des damit verbundenen hohen organisatorischen, finanziellen und zeitlichen Aufwands durch virtuelle Online-Meetings in keiner Weise ersetzt werden können: Erst das gemeinsame Erleben von Räumen, das unvoreingenommene Erfassen lokaler Atmosphären und das informelle Zwischengespräch schaffen jenes gemeinsame implizite Wissen, das für den Erfolg eines komplexen europäischen Verbundprojekts unerlässlich ist. Darüber hinaus bot das Projekttreffen den kreativen Projektpartnern eine ideale Plattform, um das Arbeitspaket 4 („Living Lab Trials“) weiter auszugestalten und praxistauglich zu schärfen. Da in Kürze die zweijährige Phase der experimentellen urbanen Interventionen und “Trials” in den Partnerstädten startet (teilweise schon begonnen wurde), wurden konkrete Partizipationsformate, künstlerische Aktionen und methodische Ansätze abgestimmt. Ein Praxisbeispiel für eine solche niederschwellige, partizipative Raumgestaltung stellten die Dortmunder Urbanisten vor: Mit ihrem Projekt Bunte Insel zeigen sie auf beeindruckende Weise, wie temporäre grüne Interventionen und kreative Mitmachangebote vormals triste Straßenräume in belebte nachbarschaftliche Begegnungsorte verwandeln und Anwohner*innen aktiv zur Mitgestaltung ihres Lebensumfelds befähigen.

Ortsbegehung in Madrid

Abgerundet wurde die ertragreiche Woche in Spanien durch eine weitere, freiwillige Ortsbegehung am Samstag (3. Oktober), die den Teilnehmenden vertiefende Einblicke in zwei der international renommiertesten Soziokultur- und Innovationszentren Madrids eröffnete: das La Casa Encendida und das Matadero Madrid. Das La Casa Encendida, untergebracht in einem markanten neomudéjaren Gebäude aus dem Jahr 1913 im sozial-kulturell vielfältigen Stadtteil Lavapiés, fungiert als offenes Kultur- und Sozialzentrum der Fundación Montemadrid, das zeitgenössische Kunst, Darstellende Kunst, Umweltbildungsinitiativen und soziale Programme unter einem Dach vereint. Dort fand zu dem Zeitpunkt ein Afrikanisches Festival statt. Das Matadero Madrid wiederum – ein gigantischer, historischer Schlachthof- und Viehmarktkomplex aus den 1920er Jahren direkt am Ufer des Flussraums Manzanares im Bezirk Arganzuela – gilt als eines der weltweit eindrucksvollsten Beispiele für gelungene architektonische Umnutzung (adaptive reuse) und beherbergt heute als weitläufiges Zentrum für zeitgenössische Kreativität Ausstellungsräume, Designlabore, ein Programmkino, Theaterhallen und künstlerische Residenzen.

Mit dem klaren Bewusstsein für den bevorstehenden engen Zeitplan und die anstehenden Abgabefristen zum Jahresende traten wir mit reichlich Rückenwind und frischen Impulsen die Heimreise nach Dortmund an. Die Vorfreude ist bereits groß auf das nächste Konsortiumstreffen, das im Juni 2027 im französischen Straßburg stattfinden wird.

Bayerische Flächensparoffensive – Veranstaltung in München

Flächensparende Siedlungsentwicklung war ein zentrales Thema bei der Veranstaltung „Zukunft entsteht vor Ort“ am 01. Oktober im Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. ILS-Wissenschaftlerin Dr. Angelika Münter hat dazu eine Keynote gehalten und die Erkenntnisse der ILS-Forschung aus den vergangenen Jahren, unter anderem aus dem Projekt MORO „Regionale Steuerung der Siedlungs- und Freiraumentwicklung“, vorgestellt.  Zur Pressemitteilung

Jenseits der Kernstadt: ILS-Monitoring StadtRegionen nimmt Subzentren stärker in den Blick

Großstadtregionen bestehen längst nicht nur aus einer dominierenden Kernstadt und ihrem Umland. Gerade mittelgroße Städte im Einzugsbereich der großen Kernstädte spielen dabei eine besondere Rolle. Sie sind attraktive Wohnorte, bieten Arbeitsplätze und sind Versorgungszentren. Damit sind sie eigenständige Zentren und weit mehr als nur das „Umland“ der nächsten Großstadt. Das aktuelle Update des ILS-Monitorings StadtRegionen macht diese Unterschiede jetzt besser sichtbar. Die WebGIS-Anwendung veranschaulicht die räumliche Entwicklung der 33 größten StadtRegionen in Deutschland in langen Zeitreihen von bis zu 25 Jahren. Die Anwendung kann von allen Interessierten digital kostenlos genutzt werden. Mehr…

Pressemitteilung – Jenseits der Kernstadt: ILS-Monitoring StadtRegionen nimmt Subzentren stärker in den Blick

Digitales Angebot betrachtet langfristig die räumliche Entwicklung in Deutschlands städtischen Regionen

07/2026 – 07.10.2026

Großstadtregionen bestehen längst nicht nur aus einer dominierenden Kernstadt und ihrem Umland. Gerade mittelgroße Städte im Einzugsbereich der großen Kernstädte spielen dabei eine besondere Rolle. Sie sind attraktive Wohnorte, bieten Arbeitsplätze und sind Versorgungszentren. Damit sind sie eigenständige Zentren und weit mehr als nur das „Umland“ der nächsten Großstadt. Das aktuelle Update des ILS-Monitorings StadtRegionen macht diese Unterschiede jetzt besser sichtbar. Die WebGIS-Anwendung des ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung veranschaulicht die räumliche Entwicklung der 33 größten StadtRegionen in Deutschland in langen Zeitreihen von bis zu 25 Jahren. Die Anwendung kann von allen Interessierten digital kostenlos genutzt werden.

Mit dem neuesten Update wurde die räumliche Systematik des Monitorings grundlegend weiterentwickelt. Die neue Typologie unterscheidet nun fünf Raumtypen: die 33 bevölkerungs- und beschäftigungsreichsten Kernstädte in Deutschland, deren über Erreichbarkeitsmodellierungen definiertes suburbanes Umland, weitere urbane Zentren innerhalb dieses Umlands sowie Zentren und ländliche Räume außerhalb der StadtRegionen. Ergänzt um viele neue Indikatoren ermöglicht diese Raumtypologie einen wesentlich differenzierteren Blick auf die Entwicklung der deutschen StadtRegionen.

Auch inhaltlich wurde das Monitoring erweitert. Anhand einer Reihe von neuen Indikatoren, wie Alten- und Jugendquotienten, Wanderungssalden, der Beschäftigung nach unterschiedlichen Wirtschaftszweigen und Bildungsabschlüssen sowie Siedlungs- und Grünflächen, lassen sich stadtregionale Entwicklungen nun genauer beobachten und zwischen den unterschiedlichen Raumtypen und StadtRegionen vergleichen. Die neuen Daten und Raumkategorien zeigen, dass sich die in den 2010er Jahren noch stark auf die großen Kernstädte fokussierte Konzentration der Bevölkerungsentwicklung seit 2020 etwas abgeschwächt hat. „Das Wachstum der StadtRegionen war im aktuellen Jahrzehnt deutlich ausgeglichener auf Kernstädte, Subzentren und Umland verteilt“, erläutert ILS-Wissenschaftler Dr. Bastian Heider. Gleichzeitig deuten die Entwicklungen der Mietpreise und SGB-II-Quoten an, dass sich einkommensschwächere Haushalte das Leben in den großen Kernstädten zunehmend nicht mehr leisten können. „Das Resultat ist eine Suburbanisierung von Armut mit überproportional steigenden Zahlen an SGB-II-Empfängerinnen und -Empfängern in den stadtregionalen Umlandregionen und -zentren“, so Heider.

Mit dem ILS-Monitoring StadtRegionen beobachtet das ILS die räumliche Entwicklung der 33 größten deutschen StadtRegionen über Zeitreihen von bis zu 25 Jahren. Die interaktive Webanwendung ermöglicht es, räumliche Entwicklungen über lange Zeitreihen nachzuvollziehen und Stadtregionen sowie unterschiedliche Raumtypen miteinander zu vergleichen.

Das aktualisierte ILS-Monitoring StadtRegionen ist verfügbar unter: https://ils-stadtregionen.de/, 

Kontakt

Wissenschaftliche Ansprechperson: 
Dr. Bastian Heider
Telefon: 0231 9051-154
E-Mail: bastian.heider@ils-forschung.de

Pressekontat: 
Theresa von Bischopink
Telefon: 0231 9051-160
E-Mail: theresa.vonbischopink@ilsforschung.de

Internationales Projekttreffen im GreenME-Projekt: ILS-Team in Italien

Die ILS-Wissenschaftler*innen Lizzy Moonga, Prof. Dr. Noriko Otsuka, Dr. Shaojuan Xu und Chiara Iodice-Kraft waren Mitte September innerhalb des GreenME-Projektes beim General Assembly Meeting in Bologna (Italien).

Wissenschaftler*innen und Projektpartner aus den sieben Partnerländern Schweden, Polen, Italien, Spanien, Deutschland, Großbritannien und den USA forschen bei GreenME zusammen. Das EU-Projekt untersucht, wie naturbasierte Gesundheitsangebote und Therapien ausgeweitet werden können, um die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von Erwachsenen zu verbessern und gesundheitliche Ungleichheiten zu reduzieren. Neben dem ILS wurde das „Team Germany“ von der Stadt Herne und Vertreter*innen der Gesellschaft für Gartenbau und Therapie (GGUT) vertreten.

Der Projektpartner University of Bologna’s Department of Agricultural and Food Sciences hatte das Programm organisiert. Neben dem Austausch zu aktuellen Entwicklungen und nächsten Schritten im Projekt, stand die Besichtigung von Praxisbeispielen in Bologna auf dem Programm. Im „Salus Space“ konnten die Teilnehmenden einen Park kennenlernen, in an dem eine der Green-Care-Interventionen des GreenME-Projekts durchgeführt wurde. Dort kommen die Teilnehmenden der Intervention zusammen, um gemeinsam naturbezogenen Aktivitäten wie Garten- und Pflanzenarbeit nachzugehen und so Naturerleben, soziale Interaktion und Wohlbefinden miteinander zu verbinden. Das Meeting ermöglichte damit nicht nur den fachlichen Austausch, sondern auch direkte und praktische Einblicke in lokale Ansätze und Green Care vor Ort.

Nächstes Jahr wird das ILS selbst zur Gastgeberin: Die Abschlussveranstaltung von GreenME findet im Juni 2026 in Dortmund.

Weitere Informationen über das GreenME-Projekt gibt es hier.

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