Published on: 16. September 2026

Rückblick auf unseren Workshop bei der 14. Kulturkonferenz Ruhr

Die 14. Kulturkonferenz Ruhr im ChorForum Essen hat eindrucksvoll gezeigt, wie inspirierend und notwendig der Austausch über Kultur, Nachbarschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt ist. Das Vortrags- und Kulturprogramm setzte viele anregende Impulse und machte noch einmal deutlich, welche wichtige Rolle Kultur als Bollwerk gegen Extremismus in unserer Gesellschaft spielt. Gerade deshalb ist es entscheidend, möglichst alle Menschen einzubeziehen und kulturelle Räume so zu gestalten, dass Teilhabe, Begegnung und Mitgestaltung für unterschiedliche Gruppen möglich werden.

Das ChorForum bot dafür eine großartige Kulisse: Zwischen Vorträgen, Begegnungen und Pausen entstanden viele Gespräche mit Expertinnen und Experten, Kulturschaffenden, Initiativen und weiteren Interessierten. Auch unser Workshop am Freitagnachmittag war erfreulich gut besucht – immerhin 26 Personen nahmen teil und brachten ihre Perspektiven, Erfahrungen und Fragen in die Diskussion ein. Nach den Impulsvorträgen von Tobias Bäcker und Sabine Weck gingen wir in einen lebendigen Austausch über, in dem zunächst noch einmal der Kulturbegriff selbst diskutiert wurde.

Darüber hinaus wurde auch kritisch angemerkt, dass unter den bislang zehn untersuchten Initiativen im Ruhrgebiet migrantische Initiativen unterrepräsentiert sind. Diese Rückmeldung nehmen wir als wichtigen Hinweis für die weitere Auseinandersetzung mit. Zugleich wurden persönliche Geschichten geteilt, die zeigten, wie stark Überforderung im Ehrenamt das Engagement einschränken kann. Tobias Bäcker betonte in diesem Zusammenhang noch einmal, wie wichtig eine langfristige, personenunabhängige Ausrichtung von Initiativen ist – aber auch, dass es zumindest in Dritten Orten ohne Ehrenamt weder gehen kann noch gehen soll.

Als ein Ergebnis wurde festgehalten, dass kulturelle Initiativen stabile Ermöglichungsstrukturen brauchen, um langfristig tragfähig zu sein. Dazu gehören flexible Förderprogramme, weniger Bürokratie, Beratungsangebote, politische Unterstützung sowie Personen, die zwischen Verwaltung, freier Szene und Nachbarschaft vermitteln können. Die Diskussion zeigte, dass Themen wie Selbstausbeutung, nachhaltige Finanzierung, soziale Zugänglichkeit und ein breiteres Verständnis von Kultur offen und kontinuierlich verhandelt werden müssen. Kultur kann damit als Katalysator urbaner Nachbarschaft wirken, wenn sie nicht nur projektbezogen gefördert, sondern als Teil eines lebendigen kulturellen Ökosystems verstanden und unterstützt wird.

Sabine Weck machte zudem deutlich, dass wir in unseren Untersuchungsbeispielen in allen Dimensionen des Neuen Europäischen Bauhauses zumindest einige Effekte feststellen können. Der Workshop schloss mit der Möglichkeit für die Teilnehmenden, an den Wänden ihre Zustimmung oder Ablehnung zu Thesen zu formulieren, die im Projekt aus der Empirie entstanden sind. Die Möglichkeit zur Teilnahme besteht übrigens auch weiterhin online: https://horizon-startup.limesurvey.net/746776. Wir würden uns über eine rege Teilnahme sehr freuen!

Modified on: 16. September 2026