Published on: 23. June 2026

Pressemitteilung – Ankommen als kommunale Aufgabe: Wie Ankunftsquartiere Teilhabe stärken können

Booklet bündelt Erkenntnisse aus bundesweitem Forschungs- und Praxisprojekt mit elf Kommunen

Migration prägt längst den Alltag von Städten und Gemeinden in ganz Deutschland. Kommunen stehen vor der Aufgabe, Ankommen und Teilhabe unter zunehmend dynamischen Bedingungen zu gestalten. Welche Rolle dabei sogenannte Ankunftsquartiere spielen und wie Kommunen diese gezielt stärken können, zeigt das jetzt erschienene Booklet „Was Ankunftsquartiere stark macht“, das im Projekt „Teilhabe in neuen Ankunftsquartieren stärken“ entstanden ist. Es richtet sich an Kommunen, Wohnungsunternehmen und zivilgesellschaftliche Organisationen und liefert konkrete Impulse für eine zukunftsfähige kommunale Migrations- und Stadtentwicklungspolitik.

 Im Projekt wurden jene Quartiere als sogenannte Ankunftsquartiere einbezogen, die durch internationale Zuwanderung, einen hohen Anteil ausländischer Bewohner*innen, eine hohe Fluktuation und einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Menschen mit Armutserfahrungen geprägt sind. „Ankunftsquartiere spielen eine Schlüsselrolle beim Ankommen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe Neuzugewanderter und damit zur Funktionsfähigkeit der gesamten Stadt“, sagt ILS-Wissenschaftlerin Dr. Isabel Ramos Lobato, die das Projekt leitet. „Dort entscheidet sich, ob Menschen Zugang zu Wohnen, Bildung, Arbeit und sozialen Netzwerken finden. Wer über Migration in Kommunen spricht, sollte deshalb die Potenziale dieser Quartiere stärker in den Blick nehmen und die Rahmenbedingungen schaffen, damit Teilhabe gelingen kann.“

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Ankunftsquartiere weit mehr sind als Orte des ersten Wohnens. Sie bieten wichtige soziale Infrastrukturen, lokales Wissen, Beratungsangebote und Netzwerke, die Neuankommenden Orientierung geben und den Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen erleichtern. Gleichzeitig stehen sie häufig unter Druck, etwa durch hohe Fluktuation, knappe kommunale Ressourcen oder stigmatisierende öffentliche Debatten.

Aus den Erfahrungen der beteiligten Kommunen leitet das Projektteam konkrete Empfehlungen ab. Dazu gehören die Zugänglichkeit sozialer Infrastrukturen, die stärkere Beteiligung von Zugewanderten an kommunalen Entscheidungsprozessen, eine bessere Verzahnung von quartiersbezogenen und gesamtstädtischen Strategien sowie der Aufbau kommunaler Monitorings, um Entwicklungen frühzeitig erkennen und passgenau reagieren zu können. „Ankunftsquartiere betreffen Fragen der Stadtentwicklung, der Wohnungspolitik, der sozialen Infrastruktur, der Bildungs- und Teilhabegerechtigkeit sowie des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Damit sie ihre Aufgaben gut erfüllen können, braucht es eine verlässliche Finanzierung, aber auch neue Formen der Zusammenarbeit“, so Ramos Lobato.

Zwischen 2023 und 2026 begleitete ein Konsortium aus ILS Research, der Technischen Universität Berlin, dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) und STADTRAUMKONZEPT elf Kommunen bundesweit. Gemeinsam mit lokalen Akteur*innen wurden Herausforderungen analysiert, innovative Ansätze erprobt und Strategien für mehr Teilhabe und Zusammenhalt entwickelt. Das Projekt wurde von der Stiftung Mercator gefördert. Die Ergebnisse des Projekts wurden vergangene Woche bei der Abschlusstagung in Essen diskutiert.

Die Publikation „Was Ankunftsquartiere stark macht“ kann hier heruntergeladen werden.

Download

  • Die Pressemitteilung als pdf.

Kontakt

Ann-Christin Kleinmanns, Verantwortliche für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0231/9051-131
E-Mail: ann-christin.kleinmanns@ils-forschung.de

Modified on: 23. June 2026