WEBVTT

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00:00:05.460 --> 00:00:10.200
Herzlich Willkommen zu 5 Minuten Stadtforschung,

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00:00:10.200 --> 00:00:17.640
der Videopodcast des ILS. Heute geht es um
das Thema räumliche Gerechtigkeit. In einem

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00:00:17.640 --> 00:00:24.990
kürzlich erschienenen Heft aus der ILS-IMPULSE
Reihe, das Heft 3/21, beschäftige ich mich

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00:00:24.990 --> 00:00:30.540
mit der Frage wie lokale Projekte zu einer
gerechten Raumentwicklung beitragen können.

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00:00:34.690 --> 00:00:40.960
Der Frage nach der Gerechtigkeit begegnen
wir in ganz unterschiedlichen planerischen

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00:00:40.960 --> 00:00:46.570
Zusammenhängen, beispielsweise
spricht die Neue Leipzig Charta,

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00:00:46.570 --> 00:00:54.100
die im November 2020 von den in
Europa für Stadtforschung und

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00:00:54.100 --> 00:00:58.150
Raumentwicklung zuständigen Ministern
und Ministerinnen verabschiedet wurde,

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00:00:58.150 --> 00:01:05.680
von einer gerechten Stadt. Aber auch das
Konzept der Gleichwertigen Lebensbedingungen

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00:01:05.680 --> 00:01:14.770
will ja letztendlich zu einer gerechten
Raumentwicklung in Stadt und Land beitragen.

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00:01:19.830 --> 00:01:28.650
Der Gerechtigkeitsbegriff ist vielschichtig. Im
ILS-IMPULSE Heft gehe ich auf die Prozess- oder

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00:01:28.650 --> 00:01:36.540
Verfahrensgerechtigkeit ein. Damit ist gemeint,
die Art und Weise wie Projekte entwickelt werden,

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00:01:36.540 --> 00:01:45.240
von der Idee bis zur Umsetzung. Das heißt auf den
Planungsprozess bezogen, ob es sich eher um einen

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00:01:45.240 --> 00:01:54.660
top down Prozess handelt oder ob die Menschen
vor Ort in die Planungen und die Entwicklungen,

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00:01:54.660 --> 00:02:00.120
die ihr Wohn- und Lebensumfeld betreffen,
eingebunden werden. Ob sie gefragt werden,

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00:02:00.120 --> 00:02:09.360
ob sie mitgenommen werden, ob ihr lokales Wissen
eingebunden wird und in die Planungen eingeht. Wir

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00:02:09.360 --> 00:02:17.310
haben in einem EU Projekt mit dem Namen RELOCAL
33 lokale und regionale Entwicklungsprojekte

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00:02:17.310 --> 00:02:25.770
untersucht. Diese hatten ganz unterschiedliche
Charakteristika. Aber gemeinsam war den Projekten,

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00:02:25.770 --> 00:02:32.820
dass sie das Ziel hatten die Lebensbedingungen
vor Ort in einem benachteiligten Stadtteil,

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00:02:32.820 --> 00:02:41.130
in einer peripheriesierten Region oder für eine
bestimmte benachteiligte Bevölkerungsgruppen zu

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00:02:41.130 --> 00:02:45.990
verbessern. Dabei hat sich gezeigt dass die
Projekte, bei denen die Menschen von Anfang

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00:02:45.990 --> 00:02:51.330
an mit einbezogen wurden und ihr Wissen
und ihre Ressourcen auch in die Gestaltung

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00:02:51.330 --> 00:02:58.050
der Projekte mit einfließen konnten, dass
diese Projekte von den Befragten vor Ort

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00:02:58.050 --> 00:03:04.740
als besonders positiv bewertet wurden und in
der Tat als einen Beitrag zur Verbesserung der

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00:03:04.740 --> 00:03:11.280
Lebensbedingungen vor Ort und auch ein Beitrag zu
mehr räumlicher Gerechtigkeit wahrgenommen wurden.

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00:03:15.820 --> 00:03:20.680
Die Art und Weise wie Stadt- und
Raumentwicklungsprojekte konzipiert werden,

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00:03:20.680 --> 00:03:28.600
wie sie durchgeführt werden, also etwa wie
transparent die Ziele sind, wie das Wissen

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00:03:28.600 --> 00:03:35.140
und die Kompetenzen der Menschen vor Ort der
Akteure vor Ort eingebunden werden, ist wichtig

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00:03:35.140 --> 00:03:40.930
für ein Ergebnis das dann im Endeffekt auch von
den Menschen vor Ort als gerecht empfunden wird

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00:03:40.930 --> 00:03:48.640
und es davon lebt natürlich auch die lokale
Demokratie, wenn Projekte so gestaltet werden,

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00:03:48.640 --> 00:03:58.360
dass die Gestaltungsfreiräume bieten und auch
die Selbstwirksamkeit vorort erfahrbar wird. Das

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00:03:58.360 --> 00:04:05.770
heißt, das ist einerseits ein Plädoyer dafür die
Zivilgesellschaft und generell Wissensträgerinnen

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00:04:05.770 --> 00:04:11.740
in der Stadt und Regionalentwicklung mit
einzubinden, systematisch auf der lokalen Ebene

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00:04:11.740 --> 00:04:19.180
mit einzubinden. Wichtig ist aber andererseits
auch eine übergeordnete Politik, die solche

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00:04:19.180 --> 00:04:27.340
Gestaltungsmöglichkeiten langfristig und stringent
ermöglicht und die auch von den Erfahrungen, die

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00:04:27.340 --> 00:04:34.120
auf der lokalen Ebene gemacht wird lernt. Unter
den Bedingungen anhaltende räumlicher Ungleichheit

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00:04:34.120 --> 00:04:41.230
geht es deshalb immer um beides, um eine
stärkere Eigenverantwortung der Stadtmacherinnen,

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00:04:41.230 --> 00:04:47.980
der Ortmacherinnen vor Ort und zugleich auch
um die strukturpolitische Umverteilung auf

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00:04:47.980 --> 00:04:53.860
der überlokalen, auf der regionalen, auf der
nationalen Ebene, um Ungerechtigkeiten auch

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00:04:53.860 --> 00:05:01.630
systematisch abzubauen. Nähere informationen
finden sie im ILS-IMPULSE Heft. Es gibt auch

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00:05:01.630 --> 00:05:10.660
weitere Materialien, Publikationen zum Projekt,
aber auch ein Video zur Fallstudie in Görlitz,

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00:05:10.660 --> 00:05:18.510
die wir durchgeführt haben, verfügbar auf
dem Youtube-Kanal des ILS. Vielen Dank.

