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Publication Series ILS-Research2019-09-24T16:24:19+02:00
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Leben im Passivhaus. Baukonstruktion, Baukosten, Energieverbrauch, Bewohnererfahrungen.

Von Andrea Berndgen-Kaiser, Runrid Fox-Kämper, Sofie Holtmann, Tobias Frey. Hrsg.: Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung und Bauwesen des Landes Nordrhein-Westfalen (ILS NRW)
Aachen 2007, 68 S. - ILS-NRW-Schriften Bd. 202

ISBN: 3-8176-6202-5
Digital hier erhältlich.

Den ersten Teil der Untersuchung bildet eine Auswertung von Haustypen, Baukonstruktion, Baustoffen und Bauwerkskosten. Insgesamt wurden 1070 Wohneinheiten mit 700 WE im Passivhausstandard gefördert und 370 WE im 3-Liter-Haus-Standard in Solarsiedlungen.
Eine Untersuchung des Passivhausinstituts weist Mehrkosten von etwa 8 % der durchschnittlichen gesamten Baukosten aus. Die Betrachtung der Förderhöhe zeigt eine Förderung der Passivhäuser von im Mittel 4,26 % der Bauwerkskosten und 3,44 % der 3-Liter-Häuser. Die Auswertung der Kosten passivhausrelevanter Bauteile wie Fenster, Dämmung, Lüftungsanlage zeigte, dass die Fenster das teuerste Bauteil sind mit durchschnittlich 9,6 % der Baukosten, die Dämmmaßnahmen 6,8 % und die Lüftungsanlagen 5,1 % der Baukosten ausmachten.

Den zweiten Teil der Untersuchung bildet die Auswertung einer Bewohnerbefragung von etwa 220 fertig gestellten Projekten.

  • Bei den Passivhäusern halten nur etwa 59 % der geförderten Projekte den Primärenergiegrenzwert von 120 kWh/(m² a) ein, bei den 3-Liter-Häusern lediglich 43 % den jeweils gültigen Grenzwert für den Heizwärmebedarf ein.

Einen großen Einfluss auf die energetische Qualität der Passivhäuser hat die Motivation, mit der die Entscheidung für diesen Baustandard gefallen ist. Die energetische Qualität ist bei den Passivhäusern, die aus eigener Überzeugung erstellt wurden, deutlich höher, als bei Gebäuden, bei denen der Anstoß von außen gekommen ist. Eines der auffälligsten Ergebnisse der Kopplung aus den beiden Fragebögen ist die sehr hohe Nutzerzufriedenheit der Bewohner unabhängig vom tatsächlichen Energieverbrauch der Gebäude. Hierfür lassen sich eine Reihe von Gründen finden:

  • Raumklima und Behaglichkeit werden gerade im Winter sehr positiv bewertet. Probleme treten eher in den Sommermonaten durch Überhitzungen auf. Dies ist häufig auf fehlende Sonnenschutzeinrichtungen zurückzuführen. Eine hohe Behaglichkeit im Winter liefert jedoch wenig Anlässe, sich mit dem Energieverbrauch zu beschäftigen.
  • Nur ein geringer Teil der Befragten ist in der Lage, die eigenen Verbräuche zu bewerten. In vielen Fällen findet keine nachträgliche Kontrolle der tatsächlichen Verbräuche statt.

Dem Thema Lüftungstechnik kommt eine zentrale Bedeutung für vorhandene Mängel und Unzufriedenheiten zu. Daher ist es ratsam:

  • Unterzähler zu installieren, die eine Kontrolle der Energieströme zulassen. Neben der Betriebskostenreduzierung kann dies besonders im Rahmen von Gewährleistungsansprüchen eine entscheidende Rolle spielen.
  • dass die Bewohner auf einer ausführliche Einführung zur Benutzung ihres Passivhauses bestehen.
  • dass in der Lüftungstechnik eine weitere Qualifizierung der Unternehmen und eine Qualitätskontrolle der Bauprojekte erfolgt.
Die Zufriedenheit mit dem Passivhaus ist insgesamt jedoch sehr hoch ist. So würde lediglich 1 % der befragten Bewohner nicht wieder in ein Passivhaus ziehen


Inhaltsverzeichnis
1 Grundlagen und Vorgehensweise

2 Auswertung der Bauweise, Baukonstruktion und Baumaterialien
2.1 Haustypen
2.2 Exkurs: Haustypen in den Solarsiedlungen
2.3 Holzbauweisen/Massivbauweisen
2.4 Dämmstoffe
2.5 Fenster

3 Auswertung der Baukosten
3.1 Bauwerkskosten (Kostengruppe 300 + 400)
3.2 Bauwerkskosten und Förderung
3.3 Bauwerkskosten Massivbau/Holzbau im Vergleich
3.4 Bauteilkosten
3.4.1 Kosten der Fenster
3.4.2 Kosten der Dämmmaßnahmen
3.4.3 Kosten der Lüftungsanlagen und Luftdichtigkeitsmessungen
3.4.4 Exkurs: Vergleich externer Kostendaten mit eigenen Auswertungen
3.4.5 Planungskosten

4 Auswertung der Energieverbräuche und Bewohnerzufriedenheit
4.1 Zielsetzung und Vorgehensweise
4.2 Datengrundlage
4.3 Grundlagen der Auswertung
4.3.1 Bewertungsschema Energieverbrauch
4.3.2 Energieklassen
4.3.3 Statistische Grundlagen
4.4 Ergebnisse
4.4.1 Bestandsaufnahme
4.4.1.1   Motivation
4.4.1.2 Ausstattung
4.4.1.3 Technik
4.4.1.4 Luftqualität und Lüftungsverhalten in der "Heizperiode"
4.4.1.5 Luftqualität im Sommer
4.4.1.6 Behaglichkeit
4.4.1.7 Bauphysik
4.4.1.8 Zufriedenheit
4.4.2 Energetische Qualität
4.4.2.1 Passivhäuser
4.4.2.2 Passiv-Solar/3-Liter-Häuser
4.4.3 Begutachtung der ausgewählten Objekte
4.4.3.1 Projekt 1
4.4.3.2 Projekt 2
4.4.3.3 Projekt 3
4.4.3.4 Projekt 4
4.4.3.5 Projekt 5
4.4.3.6 Projekt 6
4.4.3.7 Projekt 7
4.4.3.8 Projekt 8

5 Zusammenfassung der Erfahrungen aus der Nutzung geförderter Passivhäuser in NRW
5.1 Auswertung der Bauweise, Baukonstruktion und Baumaterialien
5.2 Auswertung der Energiedaten und der Bewohnerzufriedenheit

6 Auswertungsgrundlagen
6.1 Energiefragebogen
6.2 Fragebogen zu Bau- und Wohnerfahrungen
6.3 Auswertung Bewohnerfragebogen

Tabellenverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Literaturverzeichnis
Quellenangabe
Fotonachweis
Impressum


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