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ILS-Forschung 01/2012. Weak Market Cities Forschungsprojekt - Finanz- und Wirtschaftskrise: eine Aufgabe für eine nationale Stadtentwicklungspolitik (Endbericht).

Von Jörg Plöger u. Isabella Kohlhaas-Weber. Hrsg.: ILS - Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH
Dortmund 2012, 102 S. mit zahlr. Abb., Fotos und Kt.

ISBN: 978-3-86934-062-3

 

Digital hier erhältlich (PDF-Grafik PDF-Datei, 7,4 MB)


Das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) hat in Zusammenarbeit mit dem Centre for Analysis of Social Exclusion (CASE) an der London School of Economics (LSE) im Rahmen des Forschungsprojektes „Finanz- und Wirtschaftskrise: eine Aufgabe für eine nationale Stadtentwicklungspolitik“ die Auswirkungen der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise auf zehn westeuropäische Städte ehemals starker industrieller Prägung untersucht. Das Vorhaben wurde durch Mittel des BMVBS im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik gefördert. Der Projekttitel Weak Market Cities verweist auf das Vorläuferprojekt, auf dessen Erkenntnissen die aktuelle Forschung aufbaut (vgl. Power et.al 2010).

Die untersuchten Städte zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Zuge des wirtschaftlichen Strukturwandels spätestens seit den 1970er Jahren mit einer Vielzahl von Problemlagen konfrontiert sind, seit den 1990er Jahren allerdings erste Erfolge bei der Überwindung der Strukturschwächen erzielen konnten. Ziel des Forschungsprojektes war es, zu ergründen,

  • inwiefern die Krise eine zusätzliche Problemebene geschaffen hat, welche die erreichten Fortschritte beeinträchtigt,
  • ob der eingeschlagene Kurs fortgesetzt werden kann,
  • welche Reaktionen auf die jüngsten Herausforderungen sich als erfolgreich erweisen.

Der Fokus der Datenerhebung lag auf der Durchführung von Experteninterviews mit ausgewiesenen Fachleuten. Ergänzend wurden sekundäre Quellen herangezogen (insb. statistische Daten). Ein wesentlicher Baustein des Projektes war der Wissens- und Erfahrungsaustauch über Veranstaltungen des internationalen Netzwerks der City Reformers Group (CRG), welches Experten aus Verwaltung, Praxis und Wissenschaft umfasst.

Für die deutschen Städte hatte die Finanz- und Wirtschaftskrise weitreichende Folgen. Zwar profitierten sie auch von Mitteln aus den Konjunkturpaketen I und II, jedoch werden die kommunalen Handlungsspielräume aufgrund strenger Sparauflagen der Kontrollinstanzen sowie zum Teil dramatischer Haushaltsdefizite und Verschuldungsstände eingeengt. Beim Zugang zu Fördermitteln müssen sich die Städte ebenfalls auf Einschränkungen einstellen. Über Einsparungsmaßnahmen oder den Verkauf städtischer Infrastrukturen versuchen die Städte, ihre Haushalte zu sanieren. Gerade in den strukturschwächeren Städten hat sich die dramatische Finanzlage oftmals verschlechtert. Sie erholen sich langsamer von der Krise und verfügen über weniger Möglichkeiten, ihre Situation zu verbessern, wodurch sich das Gefälle zwischen wirtschaftsstarken und strukturschwachen Regionen weiter verschärft.

Die Entwicklungen in den Städten werden zu einem großen Teil von exogenen Faktoren beeinflusst, deren Ursachen nicht auf lokaler Ebene behebbar sind. Dennoch müssen vor Ort Antworten auf die Auswirkungen gefunden werden. Die Untersuchungsstädte verfügen über langjährige Erfahrungen im Umgang mit dem Strukturwandel. Wichtige Aufgabenfelder bleiben der sozialräumliche Ausgleich, der Bereich (Aus)Bildung und Qualifizierung, die klimagerechte Stadtentwicklung und die Wirtschaftsförderung. Gerade bei knappen finanziellen Ressourcen kommt einem strategiegeleiteten Vorgehen eine hohe Bedeutung zu, um die verfügbaren Mittel effizient einzusetzen und die lokale Handlungsfähigkeit zu erhöhen.

Auch in Zukunft müssen sich die untersuchten Weak Market Cities großen Herausforderungen stellen, denn sie sind weiterhin mit einer Vielzahl älterer und jüngerer Problemlagen konfrontiert. Die Fähigkeit, diese zu überwinden, wird ihre Entwicklung maßgeblich beeinflussen. Abzuwarten bleibt auch, wie sich die anhaltenden Turbulenzen auf den Finanzmärkten sowie die angespannte Haushaltssituation einiger EU-Staaten auf die Konjunktur auswirken.

Der Abschlussbericht des Projektes ist als E-Book in der Reihe ILS-Forschung (Nr. 01/2012) erschienen. Darin werden die wesentlichen Erkenntnisse des Projektes vorgestellt, wobei insbesondere auf die Situation in den deutschen Untersuchungsstädten Bochum, Bremen und Leipzig Bezug genommen wird.

Quellenverweis:
Power, Anne; Plöger, Jörg; Winkler, Astrid (2010): Phoenix Cities – The Fall and Rise of Great Industrial Cities. Bristol: Policy Press.

 

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkungen

1. Kontext: Finanz- und Wirtschaftskrise
1.1 Finanz- und Wirtschaftskrise
1.2 Finanzkrise der Komunen

2. Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Untersuchungsstädte
2.1 Finanzielle Situation in den Untersuchungsstädten
2.2 Wirtschaftliche Entwicklungen
2.3 Arbeitsmarkt
2.4 Sozialräumliche Auswirkungen
2.5 Förderprogramme

3. Reaktionen der Untersuchungsstädte
3.1 Strategien
3.2 Klimaschutz- und anpassung in der Stadtentwicklung
3.3 Stadtentwicklung und Qualifizierung
3.4 Wirtschaftsförderung

4. Fazit
4.1 SWOT-Analyse der Untersuchungsstädte
4.2 Zusammenfassung und Bewertung der Reaktionen
4.3 Ausblick
4.4 Neue Fragestellung: Fokus auf strategische Entwicklungsplanung

5. Interviewpartner

6. Literatur

7. Abbildungsverzeichnis

8. Tabellenverzeichnis

Impressum



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